Sensation aus Milwaukee

Harleys neue Wege

Sensation? Oder sollte man lieber Schocker sagen?

 

So manchem Harley-Menschen dürften sich die Fußnägel aufrollen bei diesem Anblick. Dass die Live-Wire kommt, war klar und wir hatten auch genügend Zeit für die Desensibilisierung. Alles halb so schlimm und eigentlich sogar gut - für Harley (zukunftsweisend), für uns (macht Spaß zu fahren) und für die Umwelt auch in gewisser Weise.

Heute gab Harley die Strategie für die nächsten Jahre bekannt: "More Roads to Harley-Davidson" - neue Wege, neue Untergründe - nettes Wortspiel.

Für die nächsten Jahren plant Harley eine Art Reise-Enduro,  so was wie einen Streetfighter und einen relativ brachialen Scram-Racer raus zu bringen. Letzteres find ich persönlich ja schon sehr geil, bis auf den Wasserkocher, den hätte man sicher besser integrieren können.

Man könnte auf die Idee kommen, dass man sich in Milwaukee von den Mitbewerbern getrieben fühlt, die vom Flat Track inspirierte Indian FTR 1200 wird ordentlich Kasse machen.

Das Problem ist nur, dass Harleys Scrambler-Racer-Variante erst für 2021 geplant ist.

Da bin ich erst mal sprachlos. Scrambler kommen wahrscheinlich nie richtig aus der Mode, aber jetzt, genau jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, um mitzumischen. In drei Jahren wird vielleicht eine andere Sau durchs Dorf getrieben. Diesem Kraftpaket würde ich eine gute Prognose geben, zumal die 2018er Fat Bob läuft wie geschnitten Brot. Man möchte ja nach Milwaukee fahren und die Kollegen dort einfach mal schütteln...

 

Ist der Streetfighter nun der angekündigte V-Rod Nachfolger? Das muss ich erst noch heraus finden. Jedenfalls wird mir es voraussichtlich schwer fallen, diese Harley von denen der Mitbewerber aus Japan zu unterscheiden, wenn sie an mir vorbei kommen.

 

Und ob man eine Harley auf Schotter und im Wald braucht - dazu will ich im Moment lieber nix sagen. Als bekennender GS-Hasser bin ich erst mal schockiert. Gerade, als  ich angefangen habe, Harley so richtig lieb zu haben...

 

P.S. welcher Motor hier wirken soll, ist mir noch schleierhaft. Sieht jedenfalls nicht nach dem berühmten 45° Winkel aus... Also ob man damit den viel beschworenen Mythos aufrecht erhalten kann, der zum Erfolg von Harley geführt hat, bleibt abzuwarten.

 



I love Harley

Ich bin ja schon  gefragt worden, warum es hier gerade etwas ruhig geworden ist...

 

Nun, erstens scheuche ich derzeit meine beiden Dauertester durch die Prärie und zweitens arbeite ich an diesem netten kleinen Büchlein.

 

In "I love Harley" tue ich das, was ich am besten kann: Geschichten erzählen. 55 Storys über die Liebe zur Harley, ein paar Hintergrundgeschichten und einige Skurrilitäten über das Traumbike aus Milwaukee.

 

Die im Softcover verpackten 192 Seiten gibts für knapp 17 Euronen ab 10. Oktober im Handel.

Und sobald es möglich ist, stelle ich hier Leseproben ein.


Giftiges Sportgerät

Ardennen-Ride mit der Duc-Scram

Auch wenn der Anlass nicht geplant war und ich am Tag nach den knapp 1000 Kilometern auf dem Dingen immer noch kein Gefühl im Allerwertesten habe, so habe ich den Ritt durch die Ardennen und Co. mit der kleinen Scrambler von Ducati echt genossen.

Nein, ich bin nicht sado-maso-dingenskirchen - ich bin einfach nur begeistert von dem Konzept!

Das kleine Sportgerät hängt dermaßen hart am Gas, dass man in jeder Lage sofort Zug auf dem Antrieb hat. Allein das macht einen Höllenspaß. Dazu kommt ein gut ausgewogenes Fahrwerk, mit Upside-Down Gabel und Monofederung, dass sich locker leicht die engen Kurven hochschrauben lässt und auch in den lang gezogenen Straßen der Flusstäler sicher auf dem Asphalt klebt.

 

Für lange Strecken auf der Autobahn ist sie in dieser Sitzposition mit dem hohen Lenker und den Midcontrols erwartungsgemäß weniger geeignet: spätestens bei 120 Stukkis verlässt man die Komfortzone, der Nacken meldet ein Stechen und der Popo verkrampft (beides gibt sich aber, wenn irgendwann alles eingeschlafen ist).

 

Warnung 1: beim ambitionierten Ampelstart mit dem hochsteigenden Vorderrad rechnen und den Oberkörper etwas nach vorne verlagern.

Warnung 2. beim freihändig fahren (wie bei den meisten anderen Bikes mit einseitigem Scrambler-Auspuff) auf die Gewichtsverlagerung auf die Gegenseite achten oder die linksseitige Tasche mit einem ähnlich schwerem Gewicht bestücken.

 

Ansonsten: Have fun! Denn genau dafür ist das Dingen gemacht.

 

P.S. Es handelt sich hier um das Modell "Urban Enduro" mit 800 ccm und 73 PS auf 170 kg.

 


Update zum Testride

Harleys Iron 1200

Nachdem ich Harleys neue 1200er Iron für rund 2 Wochen unter dem Hintern hatte, muss ich ein paar Dinge zu dem ergänzen, was ich nach dem kurzen Ausritt in Kroatien über die Sporty gesagt habe.

 

Das Gefühl, ein Fahrrad zu steuern ist geblieben, aber im positiven Sinne. Die 250 Kilo lassen sich extrem leicht handeln und dabei kommt das Fahrrad noch ziemlich flott aus dem Quark.

 

Allerdings geht es gar nicht darum, besonders flott unterwegs zu sein. Die größte Freude hatte ich tatsächlich dabei, durch die menschenleeren Straßen des nächtlichen Ruhrgebiets zu streifen und über die geschwungenen Landstraßen auf meiner Hausrunde im Felderbachtal. Keine Hektik, kein Kurvenkratzen - stattdessen mit fist-in-the-wind Attitude.

Ansonsten: ein erstklassiges Preis-Leistungsverhältnis. Die Iron ist ausreichend und modern motorisiert, bremst ordentlich und hat ein ausgezeichnetes Handling. Und für die 11 Mille steht sogar Harley-Davidson auf dem Tank. Apropos Tank: das geringe Fassungsvermögen von 8,9 Litern hat mich gewaltig genervt, aber es ist ja nicht jeder so ein Viel-  und Langefahrer wie ich.

 

Empfehlung: vorverlegte Fußrasten. Die mid-controls sorgen bei meiner mittleren Körpergröße für eine sehr gute Kontrolle, aber bei längeren Geradausfahrten wünscht man sich schon mal ein Ausstrecken der Beine.


Sideshow

Thunderbike Jokerfest 2018

Es ist doch immer wieder beeindruckend, was das Thunderbike Team auf die Beine stellt - natürlich nicht nur an diesem Tag.  Im Laden, vor und auf der Bühne tummeln sich die schicken Teilchen, so dass man gar nicht weiß, wo man zuerst hin sehen soll. Den Live-Act übernimmt diesmal Düsseldorfs Rockröhre Doro und auch tagsüber wird man ganz gut unterhalten.

Mein Interesse gilt wie immer auch denen, die an diesem Tag nicht auf den Hof fahren dürfen, weil jemand in Warnweste seine Einteilung nach Custombike oder nicht Custombike macht (mir erschleißt sich die Einteilung nicht wirklich).

Schön ist jedenfalls, dass hier nicht nur Harleys und nicht nur perfekt umgebaute Bikes auftauchen. Ein ausgiebiger Blick auf den proppevollen Parkplatz lohnt sich auf jeden Fall!

Hier sind ein paar Bilder von meiner persönlichen Sideshow:


Cafe Racer und so in der Dampfe

Cafehelden in Essen


Zum wahrscheinlich vorletzten Mal in Herten:

Kustom Kulture Forever auf Zeche Ewald

Ich gebs zu: an diesem Wochenende wird ja so einiges an buntem und blankpoliertem oder auch rostigem Blech auf vier Rädern geboten, aber dann war ich doch wieder fast nur in der Motorcycle Show unterwegs.

Die Musik war nur zwischen den Live- Bands gut und ich verstehe nicht, warum man drei Party-Zelte mit mittelmäßiger Musik bespielen muss, statt eine große Bühne mit ein, zwei Knaller-Bands an den Start zu bringen. Aber ok, dafür fahre ich ja nicht zur KKF.

 

Einerseits fahre ich seit 7 Jahren zur Kustom Kulture, weil sich hier jede Menge sehr schick umgebauter Bikes einfinden und zwar nicht nur in der Bikeshow, sondern quer über das Gelände und auch vor den Toren verteilt. Und außerdem treffe ich hier viele lieb gewonnene Bekloppte und einige Leute, die ich bis dahin nur virtuell oder vom Telefon her kenne, weil ich über sie und ihre Bikes geschrieben haben.

Hach! Schön! Nächstes Jahr gerne wieder.

Nimm ein paar Buddys mit und mach die KKF zu Deiner eigenen Party. Das kann man hier nämlich sehr gut.

 


Chopper as its best

Matchlight Motorcycle Show

Wir wussten ja nicht so ganz genau, was uns bei dieser Show in Eindhoven erwartet, aber jedes Event hat schließlich irgendwann zum ersten Mal statt gefunden.

Gleich beim Einlauf hat uns die Location aus den Socken gehauen - eine gut restaurierte Produktionshalle von Phillips. Nebenan gab es ein Streetfood-Festival, was für einen schönen Rahmen sorgte. Draußen standen bereits die ersten viel versprechenden Umbauten und jede Minute rollten weitere an.

Zuerst fand ich die ausgestellten 35 Exponate etwas wenig, aber dann stand bzw. kniete ich bei fast jedem mit einem "Wow" davor:  sehr schöne Arbeiten und davon sehr viele aus privater Schrauberbude waren hier eingeladen.

Die Konzentration auf Qualität statt Quantität tat der Show gut, da könnten sich andere eine Scheibe abschneiden.

Und dann diese Stimmung. Das liebe ich ja an den Events in Holland (und Belgien und Frankreich): Abhängen vor der Halle und die flanierenden Leute und Mopeds begucken. Dazu ein eiskaltes Erfrischungsgetränk, ein Gitarrenmann gibt ein paar Ohrwürmer zum besten und die an- und abreisenden V-Twins kartoffeln an uns vorbei. Einfach herrlich.

Alles richtig gemacht, liebe Matchlighter! Nur ein paar mehr Stände von Künstlern und Händlern hätte ich mir gewünscht, aber das kann ja nächstes Jahr noch kommen.

 

[Danke an Mag Walli für einen Teil der Pics (die besseren natürlich :-)]

Retro-Custom ab Werk: Ridin' the 2018er H-D Sportster

Iron 1200 und Forty-Eight Special

Eins vorweg: so richtig neu sind sie nicht, die beiden 2018er Sportys. Jedenfalls gibt es keine bahnbrechenden technischen Neuigkeiten.

Aber die Style passt jetzt ganz gut in die Zeit und die Zielgruppe dürfte auch relativ klar sein: Jungvolk mit Hang zum Retro.

 

Aber fangen wir von vorne an. Zum weltweiten  Launch der beiden Modelle hatte Harley-Davidson nach Kroatien eingeladen und als Schmankerl gabs noch eine ausgedehnte Runde mit den 2017/ 2018er Tourern in die Berge und einen Tag mit eigens präparierten 750er Street Rods auf dem Flat Track - und zwar unter der Anleitung von zwei Profis.

 

Die Tourer Street Glide und Road Glide (die Ratlosigkeit unter den Kollegen über den namentlichen Unterschied ließ sich übrigens nicht lösen) sind schon ziemliche Dickschiffe und man sah auf den ersten Blick, für wen und für welchen Zweck die beiden gebaut wurden. Entspanntes Dahingleiten für alle, die sich auf dem Asphalt schon ausgetobt haben und vielleicht ein paar Mark mehr übrig haben - um genau zu sein: die schicke Technik liegt bei 27 Mille für die Basisivariante.

 

Auch auf der Waage sind die beiden Tourer Schwergewichte: die Street Glide bringt 360 Kilo auf die Waage, die Road Glide noch 10 Kilo mehr - mir persönlich war die 2018er Sport Glide mit 305 Kilo schon genug Motorrad. Etwas gewöhnungsbedürftig ist wohl, dass allen durch die Batwing und das Entertainment einiges an Gewicht am Frontend bzw. sogar am Lenker befindet.

 

Zurück zu den Sportys, wegen der wir ja eigentlich in Kroatien waren. Nun ist es ja so, dass beide vom gleichen 1200er Evo-Motor angetrieben werden. Da gab es also keinen Unterschied. Im Vergleich zum Milwaukee-Eight, den ich ja am Vortag unterm Hintern hatte, ist der 1200er Evo etwas schwach auf der Brust. Denke ich jetzt noch an meinen Dauertester von Indian, der aus 1130 Kubik sogar 94 PS heraus holt, frage ich mich, warum Harley uns hier so kurz hält. Ich erfahre, dass es Harley auch bei den Sportys ums Cruisen und Genießen geht, deshalb fahren wir hier ja auch an der Küstenstraße entlang und in gemäßigtes Kurventerrain. Der Sporty Fahrer macht angeblich auch viele Kaffeepausen und fährt nur kurze Strecken. Ok, das erklärt auch die etwas sparsame Sitzpolsterung.

 

Ich bin ja nicht so der Kurvenkratzer und mit der Runde ganz zufrieden. Einige Kollegen der anderen Magazine äußern sich in der Mittagspause etwas irritiert über Leistung und Fahrwerk. Wer sonst auch modernste Reihenvierzylinder testet, dem fällt es naturgemäß etwas schwerer, sich in die Harley-Welt hinein zu versetzen. Ich denke, dass das Fahrwerk ausreicht für die Youngster (w/m), die sich wie einer von den Sons of Anarchy fühlen wollen. Und wer zu den Sons of Arthritis gehört, der wird sich sowieso etwas Fetteres gönnen.

 

Schlussendlich muss man auch einmal aufs Preisschild gucken. Die Iron 1200 gibts für knappe 11 Mille (zu erkennen am schwarzen Outfit und der Lampenmaske) und die Forty-Eight Special mit dem "Custom-Charakter vom Band" gibts für etwas über 12 tausend Euro.

Wenn man überlegt, was vergleichbare Bikes anderer Fabrikate kosten, steht man mit dieser Harley ganz gut da. Und nicht zu vergessen: es steht "Harley-Davidson" auf dem Tank. Und zwar ziemlich schick!


Entdeckung!

Indian Scout - real easy ridin'

Das hätte ich nicht erwartet, dass mich die kleine Scout so begeistert! Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal ein so einfach zu steuerndes Motorrad unter dem Hintern hatte.

 

Okee, die Triumph Thruxton kam mir auch einfach zu fahren vor (vor allem im Vergleich zu meiner Scrambler), aber die baut noch wesentlich höher, hat also einen höheren Schwerpunkt.  Der Triumph Bobber hat den gewünschten niedrigen Schwerpunkt, kommt aber nicht so flott aussm Quark wie die Indian. 

In der Scout steckt der gleiche geniale Motor wie im Scout Bobber, den ich gerade als Dauertester habe, aber die Räder sind schmaler, der Lenker näher am Körper, der Sitz ist wesentlich bequemer  -  alles in allem ist die Sitzposition besser und man fährt agiler.

Diese Scout hat man extrem gut im Griff, was bei 94 PS echt hilfreich ist.  Dafür sieht sie nicht annähernd so cool aus, wie der Bobber. Aber das ist ja immer Geschmackssache.

 

 


Roaring Roadster

Harleys Sporty im Cafe Racer Look

Heute frisch abgeholt und direkt schockverliebt: eine jungfräuliche Roadster in metallic-brown ist mein neuer Dauertester von Harley-Davidson. Sie hat von allen Modellen den sportlichsten Look und lässt sich relativ einfach in einen Cafe Racer umbauen, sogar mit Harley eigenen Teilen. 

 

Mein lieber Scholli, was hab ich auf den ersten paar Metern gedacht, reißt die mir die Arme ab! Außer auf meiner eigenen Mopete, bin ich ja nur noch weich gespültes Zeug gewöhnt, mit Ausgleichswellen und allem modernen Pipapo.

 

Pipapo gibt es bei der Roadster auch, aber sie schrabbelt wie Hulle unter mir, ihr Lenker hat messbare Amplituden und dabei haben wir noch nicht mal angefangen, sie scharf zu machen...

Aber bis Oktober werden wir so miteinander verwachsen sein, dass Ihr sie mir amputieren müsst.

 

Noch haben wir keine guten Bilder machen können, aber die folgen garantiert! Ebenso die eine oder andere kleine Verschönerung. Aber bis zur 1. Inspektion wird sie einfach nur gefahren!

 


Welcome to the tribe!

Neu im Fuhrpark: Indian Scout Bobber

Mindestens einen Sommer lang werde ich diese hübsche kleine Scout durch die Prärie scheuchen. Unser Easyriders Magazin hat sie als Dauertester von Indian Deutschland zur Verfügung gestellt bekommen und wir werden ihr ein paar schöne Touren und das eine oder andere Accessoire gönnen.

Denn: "hübsch" ist immer relativ und natürlich wird sie an ein paar Stellen noch aufgehübscht.  Auspuff und Kennzeichenhalter bieten bei jedem Stopp Diskussionsstoff, dabei gäbe es viel Wichtigeres zu bequatschen. Zum Beipsiel wie genial sich der Motor fährt, wie fein man das Fahrwerk abstimmen kann, ...

Also man muss schon sagen, sie ist ein ungewöhnliches Motorrad mit eigenständigem Auftritt. Sie sieht eben nicht wie eine Harley aus, allein schon das Motordesign ist etwas völlig Neues.

Und ass der Motor an sich einfach nur Spaß macht, ist bei 96 PS auf 250 Kilo kein Wunder. Aber über die Einzelheiten berichte ich später. Jetzt geht sie erst einmal zur ersten Inspektion, übrigens schon bei 800 Kilometer.

 

[Danke an Mag Walli für die Pics]

 


Was ist da zu erwarten?

Designer Ola Stenegard geht zu Indian Motorcycles

Die Spatzen pfiffen es schon lange von den Dächern, aber man durfte ja nix verraten:

der  Ola geht von BMW zu Indian.

 

Genau, das ist der Ola, der BMW mit der RnineT in ganz neue Käuferschichten gebracht hat. Ola hört zu, Ola ist mittendrin - ein Motorrad-Designer zum Anfassen, einer, der nicht im Bürostuhl festklebt und am Reißbrett überlegt, was uns gefallen könnte.

 

Natürlich erwartet man nun, dass es bald neue Modelle jenseits der üblichen Tourer und Bobber gibt. Und zwar nicht nur die hinreißende FTR1200, sondern diverse kleinere und mittlere Angebote für den modernen, für den jungen oder junggebliebenen Enthusiasten. Liebhaber von Fulldressern werden bei Indian ja schon prächtig bedient und die hochpreisigen All-Inclusive-Modelle gehen gut weg. Auch die Scout und vor allem der stylische Bobber kommen trotz gewöhnungsbedürftig aussehendem Motor in zufrieden stellenden Stückzahlen auf die Straße.

Man muss schon sagen, Polaris macht derzeit Einiges richtig. Sich von der Marke Victory zu trennen und die Energie in Indian zu stecken war eine gute Entscheidung für den Konzern. Sich im Flat Track zu engagieren, dafür ein Profis-Team einzukaufen und ein geniales Motorrad (FTR750) dafür zu bauen - Chapeau!

Darüber hinaus investiert Polaris weltweit in Unternehmen, die straßenzulässige Kleinfahrzeuge mit Elektroantrieb oder Hybridantrieb herstellen. Der Schritt zur E-Indian wäre nicht weit...

Und nun kommt Ola Stenegard als Director of Product Design. Hoffen wir, dass man ihn einfach mal machen lässt!

 

[Foto: Indian Motorcycles]

 


Stürmische Zeiten für Harley-Davidson

Schutzzölle auf Harleys und Co?

Nicht nur Whisky trinkende Harleyfahrer...

dürften dieser Tage ziemlich aufgeregt sein: Die EU droht den USA mit Strafzöllen auf Motorräder, Whisky und auf viele andere schöne Sachen, die wir gerne übern Teich zu uns rüber holen. Und zwar als Antwort auf Trumps Drohung  25% auf Importe aus Europa aufzuschlagen.

 

Natürlich wird man auch bei Harley-Davidson nervös und nicht nur dort. Die ganze Motorradbranche könnte Probleme bekommen. Handel, Zulieferer, Metallverarbeiter, ... die Liste der Werktätigen, die ihr Geld im Austausch von Waren und Dienstleistungen mit den USA verdienen, ist lang. Die EU-Ausfuhren von Motorrädern, Motorradteile und -komponenten in die USA beliefen sich im Jahr 2016 auf rund 30 Prozent des Gesamtwertes.

Eine klassische Lost-Lost-Situation...

Wie ernst es tatsächlich wird oder ob es beim Säbelrasseln bleibt, werden wir noch sehen. Auf diese Weise wird Trump sein "America First" wohl um die Ohren fliegen.

 


Neue Wege

Harley unter Strom

Harley-Davidson hat sich also bei einem führenden Hersteller von elektrischen Motorrädern - ALTA Motors - eingekauft und will „Weltmarktführer bei der Elektrifizierung von Motorrädern“ werden, so lässt sich jedenfalls Harley-Davidson-Chef Matt Levatich zitieren. Gemeinsam mit dem kalifornischen Spezialisten will man an der Technik für die erste Serien-Harley mit Elektroantrieb arbeiten.

 

Die Fachwelt hatte sich ja schon gefragt, wie Harley die angekündigte Serienreife für 2019 halten will, die Livewire steckt ja technisch noch fast in den Kinderschuhen und optisch hängt sie irgendwo bei den italienischen Racern. Aber wenn man sich von dem Gedanken frei macht, dass Harley = Chopper bedeutet - kann man sich durchaus mit der LiveWire anfreunden.

Denn zugegeben: die Lust an der Beschleunigung könnte auch mich verführen, aber der Preis ist hoch. Man verzichtet auf das Bollern, auf die Vibrationen, auf den Sprit-Geruch. Eben all dies, was für uns alte Säcke  zum Motorradfahren dazu gehört. Um neue Interessenten anzulocken, muss man neue Wege gehen, klar.

Allerdings ist es ja so, dass Harleys zumindest in den letzten Jahrzehnten der 115 jährigen Firmengeschichte mit den Argumenten der Emotion verkauft wurden.

Die Marketingabteilung wird jedenfalls mindestens genau so viel zu tun haben, um die Message authentisch rüber zu bringen, wie die Ingenieure, um die E-Harleys  auf die Straße zu bringen.

[Fotos: Harley-Davidson]

 


"Sons of Anarchy" lässt grüßen

Forty-Eight Special und Iron 1200

Harleys New-Schooler im 70er Jahre Gewand

Das Wort „neu“ mag man bei diesen beiden Bikes kaum in den Mund nehmen, denn so ganz neu fühlen sich die beiden Sportys nicht an. Eher wie alte Bekannte, die von einer Verjüngungskur kommen. Auch namentlich sind sie schon eine ganze Weile unter uns, sowohl die Iron 1200 (bisher: Iron 883) als auch die Forty-Eight Special. Beide haben nun den 1200er Motor und kommen optisch jugendlich rüber. Sie sollen den „aktuellen Klassiktrend mit der traditionsreichen Sportster Plattform“ vereinen.

In einem Punkt hat Harley-Davidson auf jeden Fall recht: „Seit ihrer Einführung im Jahr 1957 wurde die Sportster immer wieder neu erfunden. Die Sportster kam als Bobber, Chopper, Scrambler und Café Racer auf den Markt. Sie bildete den Einstieg in die Welt von Harley-Davidson und erwies sich zugleich als ideale Basis für Customizer.“

Ohne sie bisher gefahren zu haben (Liefertermin ab April), kann ich mir vorstellen, dass der 1200er EVO mit 67 PS, die rund 250 Kilo und die gemäßigten Radgrößen für unbekümmerten Fahrspaß stehen. Und das ist es doch, was man zumindest als Beginner oder auch als Wiedereinsteiger haben möchte.

Und wenn dazu noch dieser angesagte 70er Jahre Look und ein Basispreis von unter 12 Mille dürfte Harley hiermit erfolgreich um die eben genannten Zielgruppen spielen.

 

Forty-Eight Special  (XL 1200XS)

Das wuchtige Front End mit dem 130er-Reifen und der 49-Millimeter-Gabel wirkt bei der Forty-Eight Special schon mal recht eindrucksvoll.

Auf den ersten Blick ähneln sich die Lenker, aber die Forty-Eight hat einen Tallboy, der etwas niedriger und weniger weit nach hinten gekröpft ist als der Mini Ape.

Die Flanken des 7,9-Liter-Peanut-Tanks zieren horizontale Streifen, die einen Harley-Davidson Schriftzug einrahmen. 

Angetrieben wird die Special mit dem gleichen 1200er EVO- Motor wie die neue Iron, allerdings gibt es durch die zahlreichen verchromten Bauteile auch relativ viel bling-bling.

 

Iron 1200  (XL 1200NS)

Mit dem 1202 Kubik EVO-Motor bekommt die Iron ein um 41 Prozent höheres Drehmoment als die 883. Ein mattschwarzer 1 Zoll Mini Ape mit 20 cm Höhe und 81 cm Breite sorgt für die Chopper-typische Sitzposition. Die schlanke Scheinwerferverkleidung im West Coast Style in glänzendem Schwarz soll den Fahrer vom Fahrtwind entlasten. Weitere Auffälligkeiten sind der klassisch geformte 12,5-Liter-Kraftstofftank mit Retro-Graphics und die verchromten Stößelrohre und -blöcke im ansonsten komplett schwarz gehaltenen Antriebsstrang. Auch die 9-Speichen-Rädern in 19 Zoll vorne und 16 Zoll hinten kommen in schwarz chic  rüber.

Man könnte meinen, man habe dieses Bike schon mal gesehen. Bei "Sons of Anarchy" nämlich.

 

[Fotos: Harley-Davidson]

 


Ridin' the all-new Softail

Harley-Davidson Sport Glide

Der Name verrät es schon: dieser Cruiser soll sportlich und trotzdem bequem und praktisch sein. Na dann mal rauf auf dat Dingen und über die Piste damit!

 

Gleich auf den ersten paar Metern wird klar, dass es eine spaßige Tour wird. Im Stadtverkehr sind die 6 Zentner ziemlich handlich, das Gas lässt sich fein dosieren und das Bike ohne Absetzen balancieren. "Prima!" hätte meine Oma gesagt. Auf den rund 20 Autobahnkilometern liegt sie wie ein Brett auf der Straße, zumindest bis zu den knapp 140 Stukkis, die wir hier fahren konnten. Überholen, beschleunigen in allen Gängen - alles kein Problem, ausgenommen ist natürlich der 6. Gang, der auch bei der Sport Glide nur zur Entspannung dient.

Wir haben also Spaß inne Backen und grinsen an der ersten roten Ampel um die Wette. Und das um eine Uhrzeit, zu der ich mich normalerweise noch zwischen dem ersten und dem zweiten Kaffee befinde und versuche, mich mit dem Tageslicht anzufreunden.

Jetzt heißt es aber hellwach sein, denn gleich schrauben wir uns rauf auf den berühmten Teide, der mit 3700 Metern der höchste Berg Spaniens ist und uns mit seiner einzigartigen Vulkanlandschaft anlockt.

Hell yeah! Die Kurven nehmen kein Ende! Die Schlaglöcher und Spurrinnen aber leider auch nicht. Ich sehe die Kollegen vor mir herum hüpfen und fluchen und ich entscheide mich für safety first und gehe vom Gas. Ich werde die anderen schon wieder finden, anders als nach Rom führen hier nicht so viele Straßen auf diesen verkackten Hubbel, der mir im Moment herzlich egal ist. Außerdem werden die Guides mich schon finden, wenn sie ihr Moped vermissen.

Gefühlte tausend Kurven später ändert sich der Untergrund schlagartig und ich fühle mich in unsere östlichen Bundesländer versetzt, wo der Asphalt noch vergleichsweise jungfräulich ist und besten Grip bietet.

Jetzt aber hinterher, ist ja schließlich auch sowas wie eine Sportster. Kaum beginnt mein Hüftschwung flüssig zu werden, sehe ich die Kollegen am ersten Fotostopp stehen, wo sie mittlerweile schnatternd in der höhenkalten Luft in wilde Diskussionen vertieft sind. Bevor ich mich in die Gruppendynamik eingrooven und meinen Senf dazu geben kann, müssen wir weiter.

Wir tauschen die Bikes einmal durch, wie noch sehr häufig an diesem Tag. Und tatsächlich: die nächste Gurke liegt ganz anders auf der Straße. Wie kann das denn sein? Das ist doch das gleiche Modell?! Ok, wahrscheinlich hat mein Vorgänger eine andere Vorspannung des Einzelfederbeins eingestellt, was ich verpennt habe zu checken. So richtig sicher fühle ich mich also nicht auf dem Dingen. Immerhin habe ich wieder Anschluss an die Truppe und die Kollegen zeichnen mir eine schöne Linie vor, auf der ich einfach hinter her gleite, es heißt ja schließlich auch "Glide".

Kurve für Kurve schrauben wir uns durch die Wolkenschicht auf den Teide, die Luft wird klarer, etwas dünner und arschkalt. In der trügerisch gleißenden Mittagssonne bitzeln die Fingerspitzen, die Knie knacken und die Nase läuft. Egal. Es ist so beeindruckend durch diese Vulkanlandschaft zu rollen, dass ich nicht friere. Ich würde gerne anhalten und Bilder machen, aber die Guides machen Gas, das Mittagessen auf der anderen Seite des Teide wartet schon. 

Noch eine Kurve und wir erreichen das Hochplatteau auf rund 2400 Höhenmetern. Ich verkrampfe schlagartig. Ein eisiger Wind reißt mir die 6-Zentner Schüssel beinahe unter dem Hintern weg. Also runter vom Gas, erst mal orientieren. Natürlich gibt es hier oben keine Bäume mehr, die kleinen Sträucher sind in alle möglichen Richtungen gebogen, der Wind macht hier oben was er will. Die Kollegen vor mir fahren nahe der Markierung in der Fahrbahnmitte - das ist schlau, man weiß nie, woher die nächste Böe kommt. Ein paar hundert Meter vor mir türmt sich eine kleinere Sandrose auf. Auf der Straße. Da müssen wir gleich durch. Zeit, die Brille zu wechseln ist nicht, also Augen zu und durch. Kurz darauf habe ich den Sand überall: zwischen den Zähnen, in den Ohren und in den Augen sowieso. Ja, ok, ein Visier könnte jetzt vorteilhaft sein, aber ich habe seit der Fahrschule vor 30 Jahren keinen Integralhelm mehr getragen und werde jetzt auch nicht mehr damit anfangen.

Unser kleiner Konvoi fährt auf einen Parkplatz, Kopfsteinpflaster mit Sand darauf - mein Lieblingsuntergrund, wenn ich mit einem noch relativ unbekannten 6-Zentner-Gerät unterwegs bin. Auch den Kollegen steht die Anspannung ins Gesicht geschrieben, alle fluchen über den Wind und die Kälte, selbst hier auf dem Parkplatz kann man das Bike kaum halten. Und das im Stehen!

Es wird mehr als unangenehm und die Guides wollen die Verantwortung für die Weiterfahrt nicht übernehmen. What? No Mittagessen? Nein, nein, kein Problem, wir fahren ein paar Kilometer zurück in ein anderes Lokal. Ich sehe an mir herunter auf meine Füße, auf den Sand auf dem Kopfsteinplaster. Das bedeutet also wenden auf meinem Lieblingsuntergrund. Ich habe trotz der Kälte einen kleinen Schweißausbruch, die Kollegen scheinbar auch. Es dauert eine Ewigkeit, bis alle gewendet haben, und ich sehe in so ziemlich jedem Gesicht eine schweißnasse Nase. Jetzt heißt es irgendwie runter kommen, so steif und sandig wie wir sind. Wir eiern also gemächlich los und überholen sogar noch ein paar Touristen, die scheinbar noch mehr Schiss haben als wir.

Nach der Mittagspause sind dann aber alle happy und zwar nicht nur über den Bauch voller Leckereien aus der regionalen Küche, sondern auch über die Straßenlage der Sport Glide. Während wir nämlich den Kampf gegen das Suppenkoma aufnahmen, haben Harleys Begleitschrauber den Bikes einfach mal den richtigen Reifendruck verpasst. Das hätten wir uns eigentlich bereits vor dem Start heute Morgen gewünscht.... aber hey, das kann man ja als verantwortlicher Werkstattmensch bei Harley-Davidson nicht ahnen, dass der Reifendruck tatsächlich das Fahrverhalten beeinflusst...

Es folgen Fotoshootings und Video-Aufnahmen mit Begleitmoped und Drohne - natürlich jeder einzeln und mehrmals. Das bedeutet für uns warten, warten, warten bis man dran ist. Und das bedeutet auf Knopfdruck fröhlich in die Kamera lächeln oder wahlweise konzentriert auf den Kurvenverlauf gucken, je nachdem, welchen Eindruck man seinen Lesern später vermitteln möchte. Fotografen und Videofilmer liegen im Straßengraben und nehmen jede Regung auf. Beim Abschied gibt es einen Stick mit den eigenen Aufnahmen, schön sortiert und bearbeitet. Wann haben die das gemacht? Ach, ist auch egal, ich arbeite ja schließlich auch oft die Nacht durch.

Und außerdem bin ich echt ziemlich happy und voller schöner Bilder und Eindrücke von einem Bike, das mich überrascht hat und von einem wunderbaren Motorrad-Eldorado, trotz Wind und Kälte.

 

Und weil es sich so gehört und weil ich wirklich empowered aus Teneriffa zurück gekommen bin: Danke an Harley-Davidson für die Einladung zum Testride und für eine wirklich geniale Zeit mit Euren Fachleuten und den Kollegen der anderen Magazine.


Auch in Europa zu spüren

Krise in der Motorradbranche?

Triumph Motorcycles meldet an einziger Produzent nennenswerte schwarze Zahlen für das ablaufende Geschäftsjahr. Der Gewinn vor Steuer liegt mit 24,7 Millionen GPB rund 1/3 höher als im Vorjahr. Man hat sich ein modernes Besucherzentrum für 4 Millönchen am Stammsitz in Hinckley gegönnt und blickt mit dem Bobber auf das am schnellsten verkaufte Modell in der 115-jährigen Firmengeschichte zurück.

 

In den USA dagegen gehen große Branchenverbände wie die MAG (darin sind Marken wie Roland Sands, Performance Machine, Vanc and Hines) zugrunde und es wird über sinkende Absatzzahlen beim Motorradverkauf geklagt. Bei den Customizern in Europa wird darüber gejammert, dass sich kaum noch jemand ein ganzes Motorrad zusammen stricken lässt, es werden nur kleine Sachen gemacht, hier mal ein Blinker, da mal ein Lenker.

Das Wort "Krise" ist in aller Munde.

Immerhin wird sich bei der Suche nach den Ursachen an die eigene Nase gefasst: Bei einem Branchen Roundtable rund um Indian Motorcycles Executive Robert Pandya Mitte November in Long Beach hieß es, dass Problem sei nicht, dass schlechte Modelle gebaut werden - viel mehr wird die Ursache im falschen Marketing gesehen:

"They are too focused on selling bigger, faster, more expensive machines to veteran riders." Vor allem Frauen fühlen sich davon nicht angesprochen, heißt es von der Expertenrunde, was ich bestätigen kann. Als Harley kürzlich den Milwaukee-Eight Motor mit 114 Kubikinch raus gebracht hat, hatte ich zwar einen Mordsspaß auf dem Ding, aber mir fiel kein Grund ein, wozu ich das im Alltag brauche.

Dabei heißt es doch so schön: "Mothers who ride tend to produce children who ride!".

Marketing-Leute scheinen der Meinung zu sein, dass es reicht, ein kleines Moped pink anzumalen, damit man Etwas für Frauen im Portfolio hat. Ebenso sieht es in den Bekleidungsabteilungen aus. Pinkfarbene Muster zieren die viel zu eng geschnittenen Lederklamotten. 

 

Übrigens hat Triumph damit angefangen, mit jungen, weiblichen Testimonials bzw. Infuenzern zu arbeiten. Beim Presse-Launch des neuen Bobbers waren die Journalisten in der Unterzahl und die hauseigenen Social Media Kanäle zeigen derzeit nur noch diese eine hübsche Nase...

 

[hier ein Link zur Seite der LA Times, in der vom Roundtable mit Robert Pandya geprochen wird]


Immer wieder schön:

Swap Meet at Choppers World

Eigentlich ist ein einzelner Tag viel zu kurz, um alle Stände zu durchwühlen und mit allen Verrückten zu sprechen, die sich hier bei Choppers World  jedes Jahr wieder versammeln. Ob Kutte, Plüschjacke oder Lodenmantel - hier zählt der Mensch! Und genau deshalb gehört dieses kleine feine Event zu meinen liebsten im Jahr.

Der Glühwein wird selbst gemixt, das Bier ist natürlich "GE-Bräu" und auch der selbstgebackene Kuchen ist eine Wucht - wie früher bei Omma!!

Die Kisten auf und unter den Tischen wurden durchwühlt und so mancher Schrauber ging mit seeligem Lächeln über den Platz, weil er sich selbst mit Bike-Parts beschenkt hat. Stände voll mit nützlichem Pröll von Independend Choppers aus Düsseldorf, Biker Schmiede aus Berlin, Maniac Mechanix aus Gensingen und Custom Corner aus der Nähe von Bremen machen es möglich, dass es viele Fundstücke gibt, um die gefeilscht werden darf.

Wie in jedem Jahr wurden die Preise für die Tombola gespended und der Gewinnn fließt in die Nickel-Stiftung, die nur Projekte vor Ort fördern. Jetzt in dieser Jahreszeit z.B. werden Schlafsäcke an Nichtsesshafte verteilt.

Der Gastgeber wuselt den ganzen Tag über das Gelände und spricht wirklich mit jedem Besucher. Und auch bei seinem Team merkt man, mit welcher Leidenschaft hier alle bei der Sache sind.

Ein rund herum gelungener Tag! Danke an Jörg und sein Team! Very good Job!

[Danke an Mag Walli für die Pics!]


Und dann war da noch dieser...

Biker-built-off bei der Custombike Show

Leute, Leute, Leute. Auch eine Woche später beschäftigt mich diese Aktion in Bad Salzuflen.

Da tritt ein junger Kerl mit einem Elektro-Antrieb beim Biker-Built-off an. Gegen ein traditionelles, äußerst professionell aufgestelltes Team, Harley Würzburg Village.

Die Veranstalter haben es selbst erst am Freitag mit Beginn der Veranstaltung erfahren. Hätte man es wissen können? Ich denke ja. Wenn man jemanden wie Ricky de Haas einlädt, muss man wissen, dass er hier keine zig tausend Euro investieren wird und weder das Know-how noch das Team hat, um gegen einen Profi wie Christoph "Chicken" Repp anzutreten. Und wenn man seine Posts bei Instagram und Facebook verfolgt  hat, konnte man sich halbwegs zusammen reimen, was passieren wird. Das Gehäuse für den "Motor" hat er schon bei der Choppertown Sideshow präsentiert, als Fachmensch hätte man stutzig werden müssen.

Ist das respektlos gegenüber dem Gegner ? Ja.

"Du kannst nur verlieren. Was ist denn ein Pokal wert, wenn man gegen ein Elektro-Fahrrad gewinnt?" bringt es auf den Punkt. Oder wie ein anderer anwesender Customizer sagt: "Das ist, als wenn Du zu einem Koch-Duell mit einer Tiefkühlpizza kommst und vor Ort nur noch Oregano drauf streust."

Ist es mutig, zeitgemäß, eine kreative Lösung, mal was ganz anderes und dazu noch eine großartige Guß-Arbeit? Ja. Und sollten wir alle nicht die jungen Wilden unterstützen und froh sein, wenn es Nachwuchs gibt? Und müssen wir uns nicht an Dinge wie den Elektro-Antrieb gewöhnen? Ja, ja. Geschenkt. 

Im direkten Vergleich in einem Biker-Built-off hat das Ding trotzdem nix zu suchen.

Die Teilnehmer waren schlichtweg falsch ausgesucht. Ein würdiger Gegner für Würzburg Village wäre ein anderer großer Harley-Dealer gewesen. Und ein angemessener Gegner für Wannabe Choppers wäre ein ähnlicher Underdog gewesen.

Daumen runter, Kollegen Huber! Steckt wieder mehr Energie in diesen Built-Off! Sowohl Chicken als auch Ricky und andere, die da noch kommen mögen, haben es verdient.


Großer Zampano in der Provinz

Custombike Show 2017

Alle Jahre wieder am ersten Dezember Wochenende pilgert das Custom-Volk nach Bad Salzuflen. Zu den unzähligen Kurgästen kommen in diesen Tagen noch rund 32.000 Leute zu den 50.000 Einwohnern dazu. Plus dem Bauernvolk aus dem Umland, das am Wochenende in die "Stadt" darf. Was das für Straßenverkehr, Parkplätze und die Möglichkeit was auf die Gabel zu bekommen bedeutet, könnt Ihr Euch ja denken. Frustrierend.

In den Messehallren ist es dann natürlich weniger provinziell: am Haupteingang wird man gleich mit Ständen von Yamaha und Kawasaki empfangen, schräg dahinter BMW und von Weiten leuchtet der helle, riesige Indian-Stand.

Ähhhhh.... sollte das hier nicht um Custombikes gehen? War das Argument des Veranstalters für die Provinz nicht, dass die Stände möglicht preiswert für die kleinen Customizer sein sollen?

Die sind natürlich auch da und die Mischung an sich ist ok. Die großen und die kleinen Anbieter bilden zusammen ein relativ ausgewogenes und umfassendes Angebot. einige Szene-Schwergewichte zeigen ihre neuen Schöpfungen, dazwischen gibt es jede Menge Teilzeit-Customizer und in der Bikeshow finden sich die Privatschrauber. Nicht alles gefällt mir, nicht alles ist sauber gemacht, nicht alles ist kreativ - im Wettbewerb hinkt der Vergleich gewaltig, wenn da ein kleines Japan-Bike von Hans oder Franz oder so neben dem Umbau eines Thunderbike-Mitarbeiters steht, das mehrere 10 tausend Euronen wert ist.

Beim sogenannten Biler-built-off war es das Gleiche, ein altgedienter Vollprofi trat mit einem Verbrennungsmotor (womit sonst?) gegen einen Underdog mit Elektromotor an (WTF???) aber das ist eine andere Geschichte.

 

[Danke an Mag Walli und die Veranstalter für die Pics]

 

 


Harleys Neunte Softail

Sport Glide

 

Mailand, EICMA, erster Pressetag gegen 11 Uhr: Peter Michael Keppler (Harleys Director Product Planning) ruft aus, dass es für jeden eine Softail gäbe. Ok, wir erwarten also eine komplett neue Richtung, obwohl die bisher präsentierten 8 Softails ja schon so ziemlich alles abdecken.

Und dann rollte ein Bike vor die Bühne, das uns irgendwie bekannt vor kam. Und tatsächlich: auch wenn der M8-Motor drin steckt und es sich um den all-new Softailrahmen handelt, kann die neue Sport Glide ihre Verwandtschaft zur Switchback nicht leugnen. Aber etwas im Line-Up zu haben, dass diese Wandelbarkeit wie die Sport Glide mitbringt, bedient einfach nur die Bedürfnisse unserer Zeit. Wir wollen heute nicht nur individuell unterwegs sein, sondern heute so und morgen so.

Schon als ich mit 14 hinten drauf unterwegs war, sagten schon immer alle, dass man mehrere Mopeds haben müsste. Eins fürs Gelände, eins für zur Arbeit, eins fürn Urlaub,... und so weiter.

Insofern liegt Harley hier gar nicht so falsch. Nur fürs Gelände - das überlassen wir mal lieber den Mitbewerbern.

[Fotos: H-D]

 

 


Endlich! Oder doch nicht?

Die neue Scout FTR 1200 im Rohrrahmen

Leute, Leute, ich weiß manchmal nicht, ob ich lachen oder heulen soll.

Seit Wochen brodelt es in der Gerüchteküche, dass es den beliebten Scout-Motor endlich im Rohrahmen geben soll. Wie genau, ließ sich anhand druch fliegender Bilder nur erahnen. Jedenfalls ist dieses Unding von Wasserkocher-Rahmen-Konstrukt an der Front weg.

Dann wird bei der EICMA in Mailand endlich das Geheimnis gelüftet und das Volk überschlägt sich mit Freude und Lob in den sozialen Netzwerken.

Minuten später wird der Preis bekannt: 35 Mille. Schluck. Ein Serien-Bike für 35 Mille - und zwar kein Straßenkreuzer mit vergoldetem Thermomix, sondern ein nackiger Streettracker. Was habt Ihr Euch denn dabei gedacht?

Noch ein paar Minuten später wird klar, es handelt sich nur um ein Testimonial, mit dem man ckecken will, wie das Modell ankommt. Da bin ich erstmal sprachlos.

Zumindest meine Antwort ist klar: Für 35 Mille könnt Ihr es behalten! Und wenn Ihr mit dem Ding erst noch ein Jahr auf Weltreise geht, dann könnt Ihr es auch für 15 Mille behalten (die ich wahrscheinlich dafür bezahlt hätte), weil dann die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird und keiner mehr einen Streettracker braucht.

Mannomann. Da krich ich die Krätze. Noch ein Jahr checken, was doch auf der Hand liegt. Was sind das da für Checker? Wenn ich so arbeiten würde, müsste ich bald unter der Brücke pennen. Ist doch wahr!

 


Custom Messe auf holländisch

Big Twin Expo in Houten

Die größte Bikeshow in Benelux hat mich auch dieses Jahr wieder angelockt. Hier nimmt man sich selbst nicht so wichtig, die Kuttenträger sind witzig und locker statt supercool und sonnenbebrillt. Die Mopeds in der Bikeshow sind ebenso bunt durcheinander gewürfelt wie das Angebot der Händler.


Unerwartet warm und winddicht

Der neue BUFF Thermonet im Fahrtest

10 Grad und Sonnenschein, die Straße trocken und die Blätter sind größtenteils noch auf den Bäumen - nix wie auf's Moped und den neuen BUFF testen.

Ich war in den letzten Jahren (Jahrzehnten?) nie ohne diese Dinger unterwegs. Es gibt immer einen Grund, sich zu vermummen und wenn es nur um den Dreck geht, mit dem man von voraus fahrenden Fahrzeugen beworfen wird.

Der Schlauchschal hat definitiv seine Vorteile gegenüber jedem normalen Tuch oder Schal. Praktischer geht es nicht! Und der BUFF ist nach 25 Jahren auf dem Markt ausgeklügelt. Er rutscht nicht, man kann gut durch den Stoff atmen und er ist bei 10 Grad warm genug. Das hätte ich bei dieser dünnen Stofflage tatsächlich nicht erwartet. Good Job, BUFF! Jetzt arbeiten wir nur noch an der Farbe...


Merkmale: viel Power, tiefer Sitz, breite Schluppen

Indian Scout Bobber Testride

Ich war ja sehr gespannt, als ich auf den Scout Bobber von Indian Motorcycles gestiegen bin. Der Lenker schmal, die Füße weit vorn - nur eine Sitzposition ist möglich. Nach 20 Kilometern tut mir die Hüfte weh. Ein Königreich für zurück verlegte Rasten, oder wenigestens Mid-Pegs. Aber das ist ja mein persönliches Problemchen.

Die Beschleunigung an der Ampel ist schon recht ordentlich, die kleine Kante hinten am Sitz ist also durchaus hilfreich. Und bei 4- 5000 Umdrehungen kommt das kleine Ding noch mal richtig aus den Puschen und es fängt an, Spaß zu machen.

Natürlich muss man mit den "Ballonreifen" aufpassen, zumal sie in meinem Fall flatschneu sind (die Karre hat gerade mal 60 km auf der Uhr) und die herbstlichen Straßenverhältnisse suboptimal sind. In langgezogenen Kurven läuft alles stabil, in engeren Kurven oder beim Abbiegen muss man sich an das Kippmoment gewöhnen.

Apropos herbstliche Straßenverhältnisse: ein ABS ist schon was Feines! Heute hätte ich mir gewünscht, dass es etwas früher eingreift. Die Räder haben mehrmals blockiert, aber der Bobber ist derart handlich, dass man ihn sofort abfangen kann.

Ziemlich viel richtig gemacht, Indian!

Drei Punkte sehe ich als Sofortmaßnahme: als erstes bauen wir das Heck mit dem Kennzeichenhalter um, dann kommt ein gefälligerer Auspuff dran und zum Schluss eine ordentliche Dragbar statt dem Fahrradlenker. Jetzt sag mir mal einer eine Karre, bei der man so wenig umbauen muss.

1140 ccm Hubraum, 95 PS, 240 Kilo, 13 Mille. Weitere Infos gibts auf der Website von Indian Deutschland.


Ridin' the all-new Harleys

Harleys 2018er Softails

 

Eine Einladung von Harley-Davidson zwei Tage lang mit den neuen Modellen durch das Hinterland von Barcelona zu cruisen? Da bin ich doch dabei!

Eins vorweg: die neue Softail Generation ist ein Quantensprung, was Motor und Fahrwerk angeht - wobei der Milwaukee-Eight ja nun schon letztes Jahr präsentiert wurde. 

 

Alle 8 neuen Modelle haben den selben mono-gefederten Hauptrahmen, der je nach Modell mit anderen Hecks bzw. Schwingen und anderem Lenkkopfwinkel kombiniert wird.

Händler und Kunden freuen sich gleichermaßen über das Baukastensystem, mit dem sie sich ihre Harley gleich passend kaufen können. Nach dem Testfahren in Barcelona kann ich bestätigen, dass man eine all-new Softail bekommt - kein Vergleich zu den vorherigen Twin Cams oder gar älteren Modellen! Ich habe bisher keinen elastischeren Motor kennengelernt: Man kann im 3. Gang durch die Stadt rollen oder auf der Landstraße mit 120, 130 (oder mehr) überholen. Überhaupt braucht man sehr viel weniger Schaltvorgänge als vorher und vom typischen Ruckeln bei geringer Drehzahl im hohen Gang ist keine Spur mehr.

Auch mit dem Fahrwerk habe ich mich sicher unterwegs gefühlt. Stabile Seitenlage in jeder Kurve (wobei ich gerne zugebe, dass ich kein Fußrastenkratzer bin).

Das Problem wird in der Qual der Wahl liegen. Welches Modell ist für welchen Typ gedacht? Das heraus zu finden, wird dem Verkaufspersonal einiges abverlangen.

Die neue Fat Bob hat ordentlich Punch und wird Leute anziehen, die bisher nix mit Harley an der Brause hatten, ich sehe zum Beispiel den ehemaligen V-Maxer darauf und vielleicht machen sogar die Dyna-Freunde ihren Frieden damit.

Die neue Fat Boy dagegen kommt im klassischen Gewand, für Denjenigen, der eine Harley "wie früher" sucht - allerdings mit den heutigen technischen Errungenschaften und der nicht mehr als 15 Mille ausgeben will.

Dazwischen liegen 6 weitere Angebote alle Harley-Freunde, denen eine Sporty zu wenig und ein Tourer zuviel Bike ist.

 

Good Job Guys! Das kann man nicht anders sagen.

 


Sonne, Sand, Meer und eine handvoll Verrückter

Bikes and Boards in Zandvoort

Mehr oder weniger spontan sind wir an die holländische Nordseeküste nach Zandvoort gefahren. Diese Events, die alle irgendwie was mit "Wheels&Dingens" zu tun haben, schießen wie die berühmten Pilze aus dem Boden und man muss schon genaus hinsehen, wer nur auf der Welle reiten will oder wer tatsächlich ein interessantes Event auf die Beine stellt.

Und, was soll ich sagen? Schon nach ein paar Minuten hatte ich das Gefühl, auf dem besten Event meiner 2017er Saison zu sein.

Diese Organisatoren wissen, was sie tun. Sie haben sich Wheels&Waves in Biarritz angesehen und entschieden, dass sie das auch können, wenn nicht sogar besser. In ihrem Beach Club THE SPOT  finden immerhin einige große Events statt, u.a. mit Red Bull als Partner und wir wissen, diese Leute spielen in der Profi-Liga.

Der Rahmen: durchgängig gute Mucke vom Plattenteller, entspanntes Volk, kalte Drinks und lecker Burger vom Schwenkgrill. On Top: sehr geile Bikes, gemischte Fabrikate, wenig Mainstream.

Prognose: Dieses Event wird sehr bald sehr viel größer. Zandvoort ist nicht so mondän wie Biarritz, aber Amsterdam ist nur eine halbe Stunde entfernt und hat auch Einiges zu bieten. Und es liegt für viele von uns sehr viel näher, ist preiswerter und wer mag sie nicht, die lockere Art der Holländer?

Einen Haken hat die Sache (naturgemäß) allerdings doch: der Sand ist extrem tief, so dass einige Bikes bauartbedingt keine Chance haben. Gucken und Spaß haben kann aber jeder!

 


Tief im Westen - wo die Bikes lange Gabeln und bunte Farben haben

Choppertown Sideshow Kaldenkirchen

Nach zig Jahren am leider gleichzeitg stattfindenden Glemseck 101 in Leonberg habe ich es endlich einmal zur Sideshow in dieses kleine Örtchen nahe der holländischen Grenze geschafft.

Wer in der Welt der Chopper lebt und ein paar besondere Exemplare sehen will, der wird sich hier pudelwohl fühlen. Auch wir kamen aus den Umarmungen und Händeschütteln nicht heraus und haben die Speicherkarten voll gepackt mit geilen Karren und bekloppten Leuten.

Wenn man jetzt noch bedenkt, dass die Kneipe, um die herum das Event stattfindet, von einer handvoll Privatleuten geführt und die Sideshow von einem Privatmann und seinem Team organisiert wird, kann man nur den Hut ziehen.

Man reist auf eigener Achse an, bekommt echt gute Live-Mucke auf die Ohren und feinen Burlesque auf die Augen. Übernachten kann auf einem nahe gelegenen Campground, wo sogar Frühstück geboten wird.

Aufgrund der räumlichen Enge kann das Event nicht wachsen und es werden wohl immer nur ein paar hundert Teilnehmer bleiben, aber von der Qualität der umgebauten Bikes her spielt die Sideshow ziemlich weit oben mit.

[Pics will follow]

 


Doch mal nach Faak?

Flat Track bei der European Bike Week

 

Die mittlerweile 20. European Bike Week (5. bis zum 10. Sep.) wird wohl wieder mehr als 120.000 Harley-Fans am Faaker See zusammen trommeln.

Das übliche Sehen-und-gesehen-werden und die gefühlten tausend Musik-Acts brauche ich für mein persönliches Glück nicht, aber diesen neuen Programmpunkt finde ich spannend:

 

Harley lädt Journalisten aus aller Welt ein, auf dem Flat Trackl gegeneinander anzutreten. Das Race findet auf einem eigens dafür angelegten Dirt Track Oval statt, einem Novum auf der European Bike Week. Jeder Journalist wird auf einer speziell für diesen Anlass umgebauten Street Rod 750 antreten (modifiziert: Lenker, Sitz, Tank, Auspuff, Räder,Reifen). Der Motor ist auch derjenige, der die Basis für das Renntriebwerk des Factory Flat Track Racers XG 750R bildet.

 

Nicht nur, dass Harley dieses Thema in Europa aufgreift ist spannend - ich waaaage mal die Prognose, dass wir in den nächsten Jahren doch wieder mehr von Harely auf dem Flat Track sehen werden.

 

Weitere Infos über die European Bike Week gibt es auf der Event-Seite von Harley.

[Pic von H-D]

 


Klappe - die zweite!

Harleys Cafe Racer

Und..... Action!

Mit diesem Testfahrzeug habe ich ständig interessante Auftritte: beim Harley-Treffen hieß es "das ist doch keine Harley" und bei den Cafe Racern "das ist doch kein Cafe Racer". Die Sympathien fliegen ihr nicht gerade zu, dabei fährt sie sich echt super! Immerhin ist man sich einig: Verarbeitung und Material sind erstklassig.

Hier also eine erste Zwischenmeldung:

Nach 25 Jahren auf diversen Triumph hat Harley tatsächlich mal was im Angebot, bei dem ich schwach werden könnte. Die Motorcharakteristik ist mir zwar trotz Stage 1 nicht bissig genug, aber es ist ja auch ein Langhuber, der einfach anders gefahren werden möchte als mein 270° Vergaser Scrambler.

Die Vibrationen sind gemäßigt, die USD-Gabel ist gut, die sind Stoßdämpfer ok und ja, ok, Stummellenker und zurückverlegte Fußrastenanlage sind wie bei allen Mopeds gewöhnungsbedürftig. Mir gefällts!

Der Tanktunnel könnte etwas tiefer sein, damit der Sportster Tank nicht so dominant heraus sticht. Das Heck müsste etwas höher sein, erstens aus optischen Gründen (Cafe Racer haben eine eher gerade Linie), zweitens rutscht man dann auch nicht beim Angasen nach hinten. Irgendwas is' ja immer.

So, das muss für's erste reichen. Mehr Bilder und Meinungen folgen demnächst!

 


Ohrensex am Hochofen

Harley Meeting Ruhrpott 2017

Eins muss man den Organisatoren ja lassen - die richtige Idee gehabt und 23 Jahre lange durch gezogen! Heute ist dieses Event an der ehemaligen Henrichshütte nicht aus den Kalendern weg zu denken. Kind und Kegel rücken hier an, egal ob eine Harley unter dem Hintern blubbert oder ein anderes Radl.

Das Programm so einfach, wie wir es hier im Ruhrpott haben wollen, eigentlich fast schon zuviel: Bike-Show, Halbnackerte mit Feuer-Zeugs, Bike-Wash und einfache Live-Mucke (obwohl die teilweise doch ohrenstöpselwürdig war).

Ich geb's zu: wenn die großvolumigen Langhuber durch den Tunnel fahren, hat Mutter's Jüngste dann doch Spaß inne Backen!

 

 

 

Eine Katastrophe für uns alle

Abmahnungen wegen Teilen ohne ABE

Wir können uns ja ans Moped schrauben, was wir wollen - sofern wir mit den Konsequenzen leben wollen. Als Journalistin muss ich natürlich aufpassen, was ich empfehle und was ich lieber nicht in meine News aufnehme. Aber ein Händler muss schon genauestens wissen, was er anbieten darf und was nicht.

Das KBA ist seit Ende 2016 als zuständige Behörde bestimmt worden, die schon seit Jahren bestehenden Gesetze und ihre zig Anhänge umzusetzen. Demnach darf nichts verkauft werden, was nicht straßenzugelassen ist - sprich: was keine ABE/ Gutachten/ Freigabe hat. Von der kleinen Zierleiste bis zur Auspuffanlage muss alles geprüft und gestempelt sein. Allerdings gibt es so viele Verweise innerhalb dieser Bestimmungen, dass die Juristen sich noch nicht einig sind, wohin die Reise geht.

Vor 2 Wochen hat sich ein Polizist das draußen ordnungsgemäß geparkte Moped meines Tätowierers vorgeknöpft und ihm eine Karte zur Vorführung an den Lenker geklemmt: die Auspuffanlage hatte nämlich keine ABE.

Nichts gegen eine Prüfung der sicherheitsrelevanten Punkte - aber diese Auslegung ist eine Katastrophe! Für die Händler und am Ende für uns alle, wenn wir alle mit den selben Teilen am Moped herum fahren. Ein wichtiger Aspekt am Mopedfahren ist und bleibt die Individualisierung unserer Mopeds. Isso!

 


Neues Mitglied bei Familie Indian

The New Indian Bobber

Das gefällt mir auf den ersten Blick! Nur noch kurze Tüten dran, kleine Blinker, eine flache Fly-Bar und los geht's.

 

Die Scout mit ihren 95 PS, 1200 Kubik, 245 Kilo kommt jetzt als Bobber mit strafferem Fahrwerk und - dank nach hinten verlegter Rasten und Tracker-Lenker - mit einer aktiveren Sitzposition: das hört sich nach Spaß an! Und auch bei der Optik finden sich einige erfreuliche Feature.

 

 

Mit den kurzen Fendern wird ein Riesenschritt gemacht, die Räder sind viel präsenter und machen die Frontansicht zu meinem Favoriten, einfach brutal-schön. Der Sitz fügt sich optisch besser ein als bei der Basis-Scout, die neu designten Tank-Embleme sind gleichzeitig modern und stilvoll. Die schwarzen Deckel bzw. der gesamte Motor in der dunklen Variante ist schon sehr geil. Und ich bin auch ein Freund des aufgeräumten Cockpits mit dem unauffälligen Tacho.

 

Das angekündigte straffere Fahrwerk und die um 38 Millimeter weiter hinten positionierten Fußrasten muss man natürlich noch testen. Aber um 25 Millimeter gekürzte Federn am Heck und eine neue Cartridge-Vordergabel dürften dem Fahrspaß nicht abträglich sein. Im Gegenteil. Ich bin gespannt, wie sich der Indian Bobber gegen den Bobber aus aus Hinckley schlägt, der sich bekanntlich sehr gut verkauft.

 

Leider, leider muss ich mich bis zur Testfahrt noch eine Weile gedulden. Ich denke aber, das dies eines der Geräte ist, bei dem man die wenigen Punkte, die die Optik stören, beim Fahren schnell vergisst. Ach ja -  und irgendwann werden wir diese fetten Wasserkocher sowieso nicht mehr wahrnehmen, ähnlich wie die häßlichen Fliesen im Badezimmer.


Harley's Cafe Racer

Genuine H-D parts and accessories to customize your Roadster

Da werd ich wohl doch noch Harley Fan, wenn die jetzt auch was für mich bauen!

Die 1200er Roadster ist schon seit einer ganzen Weile auf dem Markt. Es gibt Händler, die sie nicht verkauft kriegen und kein gutes Haar an dem Ding lassen. Andere verkaufen sie ganz gut und meinen, Harley sollte mehr in diese Richtung machen.

However. Jedenfalls gibt es seit kurzem ein "Cafe Racer Kit" für die Roadster. Ähnlich wie bei Triumph's "Inspiration Kit" kann man sein Bike damit individualisieren, ohne das die Garantie verfällt, weil es sich ja um "Genuine Parts&Accessoires" handelt.

In Harley's Pressewerkstatt wartet das Gerät mit dem vollen Programm auf mich. Auf den ersten Blick würde ich mir z.B. einen flacheren Tank wünschen, aber sonst ist es etwas, worauf ich mich schon freue (Händereib!). Eine Sitzprobe durfte ich schon machen und im August roll ich damit mal durch die Lande und berichte Euch, wie das mit dem caferacen auf Ami-Art geklappt hat...


Scrambler Special im Motorrad Magazin MO 07-2017

Die Juli- Ausgabe der MO ist nicht nur zu empfehlen, weil ich ein paar Fotos dazu beigesteuert habe (flööööt) - es ist ein gut gemachtes Scrambler-Special drin: "Vier individuelle, sehr kreativ aufgebaute Scrambler: Suzuki DR Big 800, Suzuki GSX-R 750 W von 1992, Yamaha XS 650 mit 1000er-Twin und eine Harley Sportster 1200." Letztere hat der Schrauber und Umbau-Spezi Stefan Becker in seinem Workshop "Rock'n'Roll Cycles" zusammen gesteckt. Ich hatte das Bike ja schon ausführlich in der Easyriders vorgestellt, aber hier werden noch einmal andere Aspekte beleuchtet - eben aus MO-Sicht!

 


Ja ja, die Katja, die hat ja...

Heißer Ritt auf Miracle Mike

185 PS auf 200 Kilo - das sind die Eckdaten, die Indian für den Start von Katja Poensgen beim Essenza Sprint in Paris geschaffen hat. Den Umbau haben die Young Guns übernommen und der schwerfällig wirkenden Werksversion der Scout das Outfit verpasst, was sie verdient hat.

 

20 % weniger Gewicht, dafür fast doppelt so viel Leistung als die Serienmaschine, Lachgaseinspritzung und dann auch noch Katja Poensgen im Sattel – die Konkurrenz hätte auch gleich zuhause bleiben können. Das erste Rennen der diesjährigen Essenza-Serie fand beim Café Racer Festival in Paris statt und ging in den ersten drei Runden souverän an die von den Young Guns umgebaute Indian Scout.Im letzten und entscheidenden Rennen machte Katja es spannender und zog erst in der 2. Hälfte der Sprintsstrecke ihrem Gegner Jérome von Triumph Rouen auf seiner lauthals brüllenden Thruxton R davon.

 

Miracle Mike (benannt nach dem berühmten kopflosen Huhn) ist eine waschechte Kooperation von US-amerikanischen und europäischen Unternehmen:  LSL Motorcycle Parts, Motogadget und Metzeler aus Deutschland, Öhlins aus Schweden, Brembo aus Italien, Wizards of NOS aus UK und natürlich den Young Guns aus Rapperswil/ Zürich. Nik und Fabian sind die freigeistigen Hippie-Punks der Szene und seit zwei, drei Jahren gern gesehene Gäste in den Paddocks der Rennevents.

Jetzt sind die anderen Rennställe gewarnt und man darf auf den nächsten Start beim Punk's Peak während des Wheels&Waves Festivals gespannt sein.

[Thanks to Indian Motorcycles for the pics]


Wendig und flott (ab 7000 Umdrehungen...)

Testride H-D Street Rod

Ein Einsteiger-Modell in die Welt von Harley-Davidson ist die neue Street Rod eindeutig nicht. Wem das Fahren mit diesem Hochdreher aus Indien gefällt, der wird sich mächtig erschecken, wenn er danach auf einen Langhuber aus Milwaukee steigt.

Aber ich gebe zu - im Laufe der Zeit konnte ich sie tatsächlich immer besser leiden, auch wenn sich keine große Liebe zwischen uns entwickelt hat. Wenn man sich daran gewöhnt hat, dass das Vordrengeln an der roten Ampel und das spontane Überholen wie bei den ollen Gurken ist, die ich zu meiner Abi-Zeit hatte (nämlich schwierig bis gefährlich), dann kann das kleine Gerät durchaus auch Spaß machen.

Positiv: Auf der Landstraße wendig und auf der Autobahn versucht die Nadel bei 200 Stukkis den Anschlag weg zu drücken. Ab 7000 Umdrehungen geht hier noch mal ordentlich die Post ab!

Negativ: Der hintere Zylinder brennt sich langsam aber sicher in den linken Oberschenkel und der Auspuff in den rechten Unterschenkel. Aber ok: mit längeren Beinen wäre das nicht passiert.

Für die Zielgruppe langbeinige, männliche Twens ist sie sicher eine gute Alternative zu den Angeboten der Japaner. Und bekanntlich steht die Jugend auf Markenklamotten, das war schon immer so. Der Neupreis von 8500 Euronen und mein gemessener Verbrauch von knapp 4 Litern Sprit geht auch in Ordnung.

Meinem persönlichen Popometer hat die Triumph Street Cup rund herum viel mehr Spaß gemacht. Triumph's Neuzugang hat zwar weniger PS, aber mehr Hubraum, und vor allem: meinen geliebten 270° Motor. Aber das ist natürlich eine ganz persönliche Vorliebe, die aber auch zwei Mille mehr als Harley's Street Rod kostet.

 


KKF: Jede Menge Eichhörnchen mit Bart

 Das Event war wenige Stunden alt, da gab es schon die ersten Untergangsmeldungen auf Facebook und anderen Plattformen. Tenor: „Das ist für mich gestorben, da geh ich nicht mehr hin und Ihr solltet es auch nicht tun.“ Die Rede ist von der Kustom Kulture Forever in Herten.

Schon im Vorfeld haben einige der Leute, die dort immer mehr oder weniger dekorativ rumhängen, ihre Abneigung demonstrativ über Facebook verlauten lassen.

Von "halb-außen" betrachtet, fällt es mir schwer, das Problem zu verstehen. Alle tragen die gleiche Uniform bestehend aus Bart, Baseball-Kappe, Label-Shirt usw. und alle besitzen (oder fahren sogar) irgendwas in Richtung Chopper mit Eichhörnchen-Lenker und Metalflake-Lackierungen. Die einen waren schon früher dabei, als noch alles besser war und die anderen haben erst vor ein paar Jahren ihre Leidenschaft für das Leiden mit und auf dem Chopper entdeckt.

 

Das kann man jetzt blöd finden - oder man kann sagen, dass sich die Welt und damit auch diese Szenerie im Wandel befindet und dass vielleicht sogar Platz gemacht wird für andere Leute, die das Event zu ihrem Event machen. So what! Wer in seiner eigenen Suppe auf dem Campground versumpfen will, soll das tun. Und wer sich mit (Oje!!) lauter fremden Leuten (und ihren anderen Ideen) auseinander setzen will, der mischt sich unters Volk. Die KKF bietet Vieles von Allem. Und ich bin sicher, dass ein großer Teil des Ärgers verflogen ist, wenn es zur KKF 2018 geht.

 

Ja, es gab weniger internationale Künstler, Musiker und Gäste als in den letzten Jahren und ja, die Getränke könnten preiswerter sein. Wir haben uns jedenfalls gut amüsiert und einige tausend andere Leute scheinbar auch. Und die Meckerköppe dürfen von mir aus gerne weg bleiben.

[Danke an Walli / B.J. Rauch für die Pics]

 


Rappelvolle Cafehelden

Cafe Racer sind mehr als eine Mode-Erscheinung, was sich mal wieder an diesem Sonntag in Essen gezeigt hat.

Das Team der Cafehelden rund um Jörg Schenk hatte zum zweiten Mal auf den Hof der altehrwürdigen Dampfbierbrauerei geladen  Als ich gegen 12 Uhr dort aufschlug, war es einfach nur picke packe rappelvoll und ich musste mit meinem aktuellen Testbike draußen parken (was mir in diesem Fall wahrscheinlich einiges an... sagen wir mal... ähh.. Diskussionen ersparte).

Das Händeschütteln und Umarmen mit alten Bekannten hörte nicht auf - keine Frage, hier trifft sich eine lebendige Community. Und die braucht nicht viel: Kaffee, Bier, Currywurst und ein paar Stände von mehr oder weniger professionellen Umbauern zum Gucken und blöde Fragen diskutieren.

Liebe Cafehelden, macht das Event bloß nicht größer, professioneller oder gar über zwei Tage. Und behaltet den Ruhrpottcharme des Events mit den alten Backsteinmauern, dem Schotterplatz und der Kodderschnauze!

Glück Auf!

[Danke an Walli / B.J. Rauch für die Pics!]


Hinckley News

Triumph New Classic Testride in Boxberg

Das war gar nicht so einfach! Triumph Deutschland hat uns alle neuen Modelle auf einen Schlag präsentiert und zum Testride unter den geneigten Presse-Hintern geschoben. Auch wenn ich die Adventure Modelle als BMW GS Konkurrenten schätze und die (urbanen) Rennsemmeln einen zweifellos genialen Sound und eine perfekte Passform für meine Körpergröße haben, zieht es mich natürlich auf die New Classics: Bonneville, Thruxton und Scrambler in verschiedenen Serviervörschlägen. Im Vergleich zu meiner Vergaser Scram geht auf den neuen Modellen - wie erwartet -  alles leichter, spielerischer und flotter. Aber mein Daily Rider hat ja auch 10 Jahre mehr auf dem Buckel.

Übrigens: Miles Perkins, Triumph's Brand Manager aus UK, hat einen kurzweiligen Vortrag abgeliefert und sich rund herum als gut gebildeter Gentleman und als excellenter Fahrer erwiesen.

Bei der etwa drei stündigen Tour konnten alle paar Meilen die Pferde gewechselt werden, so dass man alle Modelle testen konnte. Nice: the Bobber. Langweilig: die Bonnie. Ein echter Smoothie: die Scram! Kratzbürste und damit mein unerwarteter Favorit: die Street Cup mit Stummel.

Wer im Strampler aufgetaucht ist, durfte ein paar Runden und Übungen mit dem Motorrad-Action-Team auf dem Bosch Testgelände absolvieren. Nach unserer Ausfahrt sind wir auch noch einmal rauf und haben uns die Kollegen um die Ohren fliegen lassen.

Da hat mich der Virus dann doch gepackt, ich geb' es zu. Ein kleiner Speed-Freak steckt doch in mir. Jetzt aber erst mal 'nen Strampler besorgen!

[ Pics von Bernd Rauch und  Motorrausch! ]


Action-Overkill in Holland

Hells Race auf dem Short-Track

 

 

In diesem Jahr luden die Veranstalter zum Hells Race nach Lelystad, an den westlichen Rand des Isselmeeres. Auf dem Speedway Gelände fand das Flat Track Race statt, auf der anderen Seite des Zaunes flogen die Crosser über Sandhügel, daneben quälten sich die Trialbikes über Berge von alten Autoreifen und im Himmel darüber drehten die Luftakrobaten ihre Loopings. Die pure Reizüberflutung für Augen und Ohren!

 

 

 

Das Gelände ist bestens geeignet für den Motorsport. Hier draußen auf dem platten Land interessiert sich kein Schwein für Krach und Qualm und außerdem sehen die Niederländer viele Dinge etwas lockerer als andere. Typisch für das holländische Leben-und-Leben-lassen ist auch die Organisation. Man fährt mit seinem Bike oder dem Transporter auf den Platz, pennt hier, isst Ravioli vom eigenen Kocher oder baut seinen Grill auf und wer Bock hat, geht rüber zum Vereins-Container, wo Konservenmucke und eiskaltes Heineken gereicht werden.

 

 

 

Unverkennbar interessieren sich immer mehr Leute, die dem Chopper-, Bobber- oder Cafe Racer- Kult verfallen sind, auch für dieses Spektakel. Lange Bärte, Lederjacken und standesgemäße Krafträder dominierten die Szenerie.

 

In der Klasse der Hooligans für Zweizylinder über 750 Kubik fanden sich ganz nette Flat Tracker Umbauten und auch ein Chopper durfte nicht fehlen, schließlich ist hier alles just for fun. Die zweite spannende Klasse waren die Vintage Bikes mit knatternden Japanern und Engländern und einer recht flotten Einzylinder-Harley.

 

Alle Augen waren jedoch auf die noch jungfräuliche Indian Scout gerichtet, die aus Paris angereist kam. Wie sich die brandneue Scout wohl im Sandoval macht? Von diversen Sponsoren perfekt hergerichtet für den Flat Track, bewegte sie sich in den ersten Runden doch ziemlich enttäuschend. Später lag sie im Mittelfeld, die Harleys waren zügiger unterwegs und wurden sicherer gesteuert. Und am Ende hat der Pariser etwas zu ambitioniert am Hahn gedreht und die Scout in der Horizontalen ins Ziel befördert.

 

 

So ist der Track nunmal! Das Spielen im Sand sieht locker aus, aber der Untergrund ist tückisch und die Kraft muss wohl dosiert sein. Auch hier in Lelystad verteilten die Sanitäter ihre Pflaster und Bandagen und so mancher dicke Finger passte für die nächste Runde nicht mehr in den Handschuh.

 

Sicher ist jedoch: bis zum nächsten Race sind die Blessuren vergessen, der Sand aus den Ritzen gepult und es heißt wieder: Go fast, turn left!

 

 

SHORT-Track

 

Mit 280 Metern handelt es sich hier um einen so genannten Short-Track. Die Gerade, auf der man beschleunigen kann, ist denkbar kurz. Es geht in verschiedenen Klassen mit jeweils 8 Fahrern über ein Oval mit sandigem Boden. Das Material wird zwischendurch aufgefrischt, also gewässert und planiert. Als Newbie oder Rookie kann jeder beim Training mitmachen und wer sich nicht allzu blöd anstellt, wird für die Races zugelassen.

 

Zeigt her Eure Schuh!

Mit den Chucks ist das ja so eine Sache. Eigentlich sind sie - neben meinen 20 Jahre alten Boots natürlich - die einzige Möglichkeit für ein Arbeiterkind, die Füße standesgemäß zu kleiden. Je nach Modell hat man für unter 100 Euro einen Schnürschuh für Alles, mit dem man laufen, stehen, tanzen und Motorrad fahren kann. Anfangs stinken die Füße nach Gummi, das gehört dazu. Schwer sind sie auch und der Knöchel-Bänderschutz ist nur bei den Ledermodellen halbwegs ok. Außerdem fehlt ein Absatz, um die Füße in die hinteren Fußrasten zu hängen. Pfffft!! Egal, sie gehören zu meiner Standardausrüstung weil ich mich damit gut fühle! Und zwar seit Jahrzehnten.

Jetzt bin ich auf das neue Modell "Chuck Ground" gestoßen, ein "motor friendly converse" und weiß noch nicht, was ich davon halten soll. In den letzten 30 Jahren habe ich jedenfalls keinen Lederlappen über die Schnürsenkel benötigt, aber warum nicht mal ausprobieren?


Eine Harley kann auch schön sein

Das kommt dabei heraus, wenn jemand eine Harley baut, der vor Kurzem erst aus dem Sandkasten gekrabbelt ist - also Moto Cross Fahrer war. Wie man sieht, braucht eine Sportster weder einen Ape-Hanger noch eine vorverlegte Fußrastenanlage.

Stefan Becker ist professioneller Schrauber, Fahrwerksspezialist und macht sich vor nix ins Hemd. Ihn und seinen Workshop findet Ihr hier unter Rock'nRoll Cycles. Ich habe in Easyriders 05/2016 über seine Harley-Scrambler berichtet.

 


Madeira Drive ist still alive!

Auf der Suche nach einem Ort für ein Interview in Düsseldorf habe ich mal vorsichtig nach dem Madeira Drive gefragt, eine ehemalige Tankstelle, in der Hagen Jödecke seine Werkstatt kombiniert mit Shop und Cafe hatte - ein Treffpunkt für verrücktes Motorrad- Volk. "Jaa, nee, is nich mehr, is jetz ne normale Schrauberbude" war meine Info. Schade.

Stimmt nicht! Hagen ist mit seinem Madeira Drive nur umgezogen. Es wird weiter geschraubt, Klamotten verkauft und das Wichtigste: es gibt immer noch Kaffee, einen guten Rat und eine ehrliche Meinung.

Samstags trifft man sich zum betreuten Schrauben auf dem Hinterhof in der Augustastr. 25. All Bikes welcome. Die letzten Umzugskartons noch auspacken und dann wird es ruck-zuck wieder Home of the Madeira-Crew and friends.

 


Judging bei Harley's Battle of the Kings

Am Ende des öffentlichen Online-Votings standen noch 5 Harleys für die Fachjury zur Auswahl. Beim Judging während der Hamburger Motorrad Tage hatten wir dann die Wahl zwischen Pest und Cholera. "Meine Fresse, wie kann man sich so verschrauben?" dachte ich schon beim ersten Blick auf die Ausstellungsfläche. Das einzige Moped, was mir voher - also von den Bildern her - gefiel, hatte plötzlich eine Billig-Lackierung auf dem Tank. Oje, was tun?

Glücklicherweise sind die Geschmäcker verschieden und der Köder muss ja nicht mir schmecken, sondern dem Fisch oder wie das heißt. Wir nehmen uns also die Liste vor und vergeben Punkte für die einzelnen Arbeitsschritte: Null Punkte, wenn offensichtlich mehr Geld als im Regelment vorgegeben aufgewendet wurde, höchste Punktzahl für gute Schweißarbeiten undsoweiter... Und siehe da: es gibt ein Ergebnis, mit dem wir leben können.

Trotzdem: Judging ist und bleibt schwierig! Und auch das Online-Voting bleibt fragwürdig. Wer internettechnisch, z.B. bei Facebook gut vernetzt ist, bekommt zwangsläufig mehr Stimmen. Naja. Welchen Teilnehmer wir später in der Easy vorstellen, bleibt uns überlassen und spätestens da können wir gerechter vorgehen.

 


Frauenmotorräder?

Dieser Tage bin ich über einen Beitrag bei Heise gestolpert, in dem der Kollege Ingo Gach über "Frauenmotorräder" schreibt. Es geht darum, wie die Hersteller sich mehr oder weniger erfolgreich ins Zeug legen, um die "Zielgruppe Frauen" zu erschließen.

Wie einige Kommentatoren unter diesem Beitrag auch, finde ich den Gedanken widersinnig - mehr noch: es ärgert mich.

 

Ich will nicht besonders behandelt werden und ich kenne keine einzige Frau, die ein so genanntes Frauenmotorrad bräuchte. Wenn ich ein Modell fahren will, was hochbeinig ist, dann muss es halt umgebaut werden oder ich hole mir Unterstützung beim Rangieren.

Das ist vielleicht der einzige Unterschied zwischen Frauen und Männern, den ich akzeptiere: Frau kann ihre Kräfte meistens besser einschätzen und hat kein Problem damit, um Unterstützung zu bitten.

Und außerdem: Es gibt jede Menge Männer, die kurze Beine haben, unsicher sind oder keine Ahnung haben.

 


Motor Bike Expo Verona

Bei der größten Motorradmesse Europas - MBE - hat man alles auf einen Haufen: Die meisten motorradverrückten Leute, das beste Essen, die wildesten Getränkemischungen (z.B. Whiskey mit Pfefferminzlikör). Gebrabbel, Musik, Party an jeder Ecke. Promis und Möchtegern-Promis. Ray, der smarte Chefdesigner von Harley und Karen Davidson, die beide im Hintergrund bleiben.. im Gegensatz zu Paul Teutul sen., der abgerockte Typ von Orange County Chopper (OCC), der ein großes Tamtam für ein Selfie mit ihm macht und 10 Euro dafür haben möchte.

Ich bin immer froh, wenn ich diese Messe hinter mir habe und trotzdem: nirgendwo sonst sieht man so liebevoll verspielte Interpretationen von Motorrädern. Die MBE ist dreimal so groß wie die Custombike Show in Bad Salzuflen, und es gibt sinnvolle Einteilungen, wie z.B. eine Halle nur für Cafe Racer, eine nur für Chopper, eine nur für Offroad-Bikes (letztere war allerdings miserabel umgesetzt). Trotz der Größe ist die Messe schön übersichtlich.

Abends wurde in der alten Tankstelle bei Mr.Martini abgerockt, der lokale Triumph-Händler, der wegen seiner Umbauten weit über Europa hinaus bekannt ist. Essen gut, leider zu wenig. Schampus in rauen Mengen, wobei manche von uns leider den Überblick etwas verloren haben... Die Band ohne Sänger war einfach nur genial, der Kontrabass übernahm die Gesangsstimme, was direkt in die Beine ging. Gute Wahl. Am nächsten Abend legten die Kollegen vom Sideburn Magazine aus England auf, was den Beinen endgültig den Rest gab.

Trotzdem sind wir noch unserer Verpflichtung als Juroren nachgekommen, haben die drei besten Bikes in jeder Kategorie gewählt und unseren Magazine Award einem Metalflake-Chopper mit sehr sehr sehr geilen Details verliehen.

Schade, dass die Bikes nicht auf die Bühne gerollt wurden - so mancher dürfte nicht geschnallt haben, um welches Bikes es geht. Nächstes Jahr bitte besser machen, liebe Kollegen Lowrider!

Im Falle des Umfallers: Honda Riding Assistent

Man ist ja schon einige technische Features gewöhnt:  schräglagenabhängigen Traktionskontrolle, Wheelie-Control, Power Selector und so weiter.

Dieser neue Balance-Assistent von Honda soll verhindern, dass man mit seinem Bike umkippt. Der Name "Riding Assistent" lässt vermuten, dass man bei Honda (und sicher auch anderswo) an weiteren Features arbeitet, die den unsicheren Anfänger, den kurzbeinigen Senioren oder den einfach nur faulen Mopedfahrer unterstützen soll.

Eigentlich hat man sich doch im Laufe der Jahre diverse Tricks und Techniken angeeignet, damit Umfaller nicht passieren. Parken immer in Fluchtrichtung, damit man nicht rückwärts rangieren muss. Halten an der Ampel immer in der Spurrinne oder notfalls mit einem Fuß auf dem Bordstein. Ach, ich weiß nicht.... wenn schon ein Assistent, dann bitte einer, der mir abends die Füße massiert.

 


Events, Partys, Treffen, Messen 2017

Da mein traditioneller New-Years-Ride heute wegen 3 Grad und Fisselregen ausfällt, habe ich die Zeit genutzt, um einen Kalender für 2017 anzufangen. Ihr findet ihn hier unter dem Punkt "finest dates". Sicher ist die Liste nicht vollständig - es gibt hunderte interessante Veranstaltungen und zig parallele Welten, in denen wir uns bewegen.

Schickt mir, was ich vergessen habe - bitte mit Begründung/ Empfehlung. Hier soll ja nicht jede Kirmes stehen.

 

Thanks and cheers, happiness and health for everybody in 2017 and everytime!

Tridays becomes 'Club of Newchurch'

Das weltweit einzige Triumph-Event zukünftig ohne Triumph

Die Gerüchteküche brodelte schon seit langem. Die Rede war davon, das Event auf mehrere Orte auszuweiten, ähnlich wie das Harley-Event in Faak am See. Dann hieß es wieder, man wolle über einen Kartenvorverkauf den Zugang zahlenmäßig beschränken. An Gerüchten mangelt es ja nie...

 

Lange Rede, kurzer Sinn: Triumph ist nicht länger im offiziellen Veranstalter Kreis mit dem Tourismusverband und die Tridays gibt es nicht mehr. Das neue Team nennt sich "Club of Newchurch" und besteht aus Uli Brée und Ingrid Maier-Schöppl & Robert Möschl vom 'Touristoffice Newchurch'

 

Über die Hintergründe kann man lange spekulieren, und ich weiß nicht, ob es mutig oder dumm ist oder ob hier einfach nur jemand die Schnauze voll hatte und woanders ein neues Triumph Event auf die Beine stellt. Etwas seltsam war es ja schon, dass ein Dörflein in Österreich das weltweit größte Triumph Event ausrichtet - wie auch immer es dazu kam. Aber: es war jahrelang gut, sonst wäre ich nicht immer dort gewesen.

 

Von den Veranstaltern heißt es: "Wir wollen weg vom Großevent, weg von Quantität, hin zu Qualität, Authentizität und Atmosphäre [...] Wir möchten unter anderem gern der jungen Customizer-Szene eine Plattform geben, wollen offen sein für andere Motorradmarken,..."

 

War es den Veranstaltern etwa zu stillos? Das sind wohl die Geister, die ich rief. Wer - wie in den letzten beiden Jahren - Hubschrauberflüge über das Event anbietet, wer Billigschmuck-Stände zulässt, der muss sich nicht wundern, wenn Kirmesbesucher kommen. Außerdem ist in einem Ski-Gebiet jedes gebuchte Bett im Sommer sehr willkommen.

 

Wie immer wird es Leute geben, die jetzt ihre Buchung stornieren und andere, die sagen, jetzt wo Triumph raus ist, kann man da ja mal gucken fahren. Ich finde, dass der Club of Newchurch ebenso eine Chance verdient hat wie ein möglicherweise geplantes anderes Triumph-Event.

 

Glühwein trinken für den guten Zweck

Swapmeet bei Choppers World in Gelsenkirchen

Meine persönliche kleine Weihnachtsfeier gab es dies' Jahr bei Choppers World in Gelsenkirchen. Hingeschickt hat mich der Job bei der Easy, gefunden habe ich Feuertonne, Glühwein, heiße Waffeln, eine One-Man-Band, die zur richtigen Zeit das richtige Liedchen spielt und das Wichtigste: echte Menschen. Kein Chi-chi, keine Mode-Hansel, keine aufgeblasenen Harley-Besitzer, keine Neu-Bart-Träger.

 

Statt dessen am Start: Mopedfahrer und Schrauber, darunter vereinzelte Kuttenträger aller Couleur (verschiedene kleine und große Clubs), die vielen privaten Stände und einige Händler. Und - wir sind ja im Pott - Omma, Oppa, Hund, Kind und Kegel. Alles in allem eine runde, ehrliche Sache. Schön, dass es Dich gibt, Jörg Dünnbacke. Du bist mehr als ein Chef, Du bist ein Ruhrpott-Original und bietest der Szene eine geniales Meeting.

 

Sämtliche Erlöse des heutigen Tages fließen in den guten Zweck. Reisedienst Nickel versorgt von der Kohle die Wohnungslosen in der Stadt mit Schlafsäcken und warmen Klamotten. Hier muss kein "Wasserkopf Verwaltung"  finanziert werden, jeder Euro kommt direkt bei den Bedürftigen an. Ich frage mich nur, wie bei diesen Preisen noch was übrig bleibt. Ich hätte auch mehr als einen Euro für einen Glühwein bezahlt.

 

Brutal Beauty - Der Factory-Bobber von Triumph

 

Gestern haben wir mal Probegesessen. Das Fazit zuerst: eine interessante Kiste! Den Versuch modernste Technik im Retro-Gewand zu verhökern, haben ja auch andere schon erfolgreich gemeistert. Nach einigen Jahren auf ollen Kisten mit fragwürdiger Zuverlässigkeit habe ich überhaupt nichts gegen modernes Equipment. Ich gebe auch zu, dass ich gerne bequem sitze und auch gerne etwas Reserve zum Überholen habe. Außerdem erkenne ich an, das Triumph hier ein Custombike direkt vom Band liefert. Also gehe ich aufgeschlossen an das Ding heran.

 

Woher kennt man Triumph nochmal? Abgesehen von den Meriden, kennt man Triumph eigentlich von ihrer beliebten Klassiker-Reihe, dem ernst zu nehmenden GS-Konkurrenten für die Reise und die Triples für die flotte Runde. Welcher Triumph-Freund auf diesen Bobber steigen soll, ist mir jedoch rätselhaft. Sieht man sich das anwesende Volk bei der Präsentation in Düsseldorf an, bewegen wir uns in mittelschichtigen bis gut situierten Kreisen. Ich tippe bei der Zielgruppe auf Frauen von Harley-Besitzern, auf ältere Bandscheibenvorfälle, und vielleicht auch auf die Herren, die eine America oder Streetmaster in ihrer Reihenhaus-Garage haben.

 

Die technischen Daten könnt ihr euch direkt bei Triumph holen. Es wurde der Motor der T120 verbaut, mit ca. 2-3 PS mehr Leistung, kosten wird sie 12.500 Euronen im Basiszustand.

 

Die Idee mit dem nach oben und hinten verschiebbaren Sitz finde ich sinnvoll. In Kombination mit einem höheren res. niedrigerem Lenker sollte die Brutal Beauty auf kleine und große Menschen abgestimmt werden können. Ab Schuhgröße 42 empfehle ich übrigens andere Fußrasten bzw. Schalt/Bremsanlage, das ist alles seltsam klein geraten.

 

Kommen wir zum Gewicht. Selten hat sich ein Moped so handlich angefühlt! Ok, ich bin schweres Gerät gewöhnt, aber trotzdem: das ganze Moped ist gut austariert und der niedrige Schwerpunkt tut sein Übriges.

 

Auch wenn er an diversen Japanern schon verbaut wurde, finde ich den gummigelagerten Lenker doch sehr gewöhnungsbedürtig. Keine Ahnung, welche Vibrationen man damit verhindern will (da ist nichts mehr zum vibrieren) – ich könnte mir vorstellen, dass es Situationen gibt, in denen ich Panik bekomme, wenn mein Lenker bis zu einem gewissen Punkt „nachgibt“. Und wie man damit agil fahren soll, ist mir schleierhaft.

 

Aber besonders irritierend fand ich das Abgassystem. Die Zeiten, in denen ein Krümmer aus dem Zylinder kommt, in mehr oder weniger verschlungenen Pfaden nach hinten geführt wird und in einer Art Schalldämpfer landet, scheinen mit Euro 4 vorbei zu sein. Ergebnis: bei dem Gemurmel von 100 Leuten im Präsentationsraum hat man das Moped nicht gehört. Da kann sich jetzt jeder seinen Teil zu denken.

 

Für mich persönlich braucht es etwas mehr Ohrensex, etwas weniger Kirmesbeleuchtung und eine sportlichere Sitzhaltung. Wenn bei den 150 Aftersale-Parts von Triumph nix dabei ist, weiß man ja, wo man was bekommt.

 

Vielleicht kann ich nach dem Testride eine Empfehlung aussprechen. Bis jetzt kann ich nur sagen, dass die Kiste interessant ist.

 

 


Custombike Show 2016

Klar, man immer etwas besser machen - aber hey, wer kriegt etwas Vergleichbares auf die Kette? Außer der MBE in Verona fällt mir in Europa keine Messe ein, bei der man mehr Spaß hat und mehr bekloppte Leute trifft, als bei der Custombike Show unserer Kollegen vom Huber-Verlag. Chapeau, guys and girls!

Im Sommer ist das etwas anderes, da wünsche ich mir schon etwas mehr Entertainment (ich steh ja bekanntlich auf Beschleuniger). Aber am ersten Wochenende im Dezember bin ich sehr happy mit einem Indoor-Event, bei dem ich meine Sehnsucht nach verwandten Seelen etwas stillen kann.

 


Ein weiterer 'Retro' - Kandidat: BSA in neuen Händen

 

Die Kollegen der Stuttgarter Motorpresse melden, dass die Markenrechte für 'BSA' an das indische Unternehmen 'Mahindra' verkauft wurden.

Nehmen wir mal an, die neuen Eigentümer der Marke schaffen es, in absehbarer Zeit eine „Retro-BSA“ auf den europäischen Markt zu bringen – ich würde ihr in der aktuellen Situation relativ gute Chancen einräumen.

 

Die New-Classics von Triumph sind begehrt, mit dem neuen Motor und dem neuen Fahrwerk mehr denn je (trotz Wasserkocher). Eine BSA wäre eine willkommene Ergänzung, wohl eher keine Konkurrenz. Der neue Eigentümer ist in der Welt der Moto3 (ehemalige 125er-Klasse) und der Jeep-Nachbauten zuhause und ich würde keinen großvolumigen Racer erwarten.

Noch gibt es genügend Motorradbegeisterte, die alt genug sind, die Marke zu kennen, jung genug, sich noch auf den Bock zu setzen und die finanziell so aufgestellt, sind, sich ein solches Bike leisten zu können.

 

Denn das wird wahrscheinlich das größte Problem: der Preis. Denkt man an andere Hersteller, die es auf der Retro-Schiene versucht haben, sind deren Preise jenseits von gut und böse. Für den Kauf einer neuen Norton oder Horex muss man schon ein sehr großer Fan sein.

Bewegt sich die neue BSA allerdings preislich in den Gefilden der neuen Kreidler (finde ich gut gelungen!) sieht die Sache schon anders aus.

Noch weiß man nichts Genaues und vielleicht kommt die neue BSA nicht nach Europa, aber interessant wäre es schon!

[Info und Foto von den Kollegen bei Motorrad-Online]

 

Yay! Eine neue Scrambler von Triumph.

Frisch auf dem Parkett in Mailand: die Triumph Street Scrambler. Ausgestattet mit dem bereits bekannten und nur leicht modifizierten 900er Bonnie-Motor.

 Gespannt bin ich vor allem auf die neue Auspuffanlage, die einen satten Sound liefern soll. Was Triumph unter "satt" und was ich unter "satt" verstehe... wir werden sehen.

 Die Sitzposition ist etwas sportlicher, das Fahrwerk mit der neuen Gabel, dem breiten Lenker und der relativ großen Bodenfreiheit auch.

Daaas könnte Spaß machen.

 

ABS und Antischlupfregelung sind abschaltbar und die gegen die übliche Elektronik mit LED, USB und Pipapo ist auch nichts einzuwenden. Leider, leider "nur" der 900er Bonnie-Motor. Ein ruppiger 270er hätte der Sram bestimmt auch gut getan. Es fällt mir ja schwer zu glauben, dass ich der einzige Fan bin.

Wie mittlerweile üblich, wird ein ganzer Haufen austauschbarer Zubehörteile bzw. Anbauteile angeboten. Das sehen wir uns dann später auch noch an.


Das? Ach so ja. Das ist mein erster Beitrag in der US-Easyriders.

Unsere Kollegen haben den Artikel zwar ordentlich gekürzt - trotzdem freue ich mich darüber, dass wir hier im guten alten Europa etwas machen, was das Mutterland der Harley-Chopper-Fraktion scheinbar  interessiert. 

 

In der Easyriders Dezember 2016 erscheint mein Artikel über einen Umbau im Jesse James Style, der von Sohn und Vater in der heimischen Garage entstanden ist. Unglaublich aber wahr: hier steckt kein exklusiver Customizer im Background, sondern ein junger Mann, der keinen Motorradführerschein braucht, um seine große Leidenschaft in Stahl und Sound umzusetzen.

And Triumph goes Bobber?

Die Überraschung dürfte gelungen sein.

 

Einen Bobber auf Basis der neuen Bonneville haben wohl die Wenigsten erwartet als es hieß, Triumph stellt heute Abend um 21 Uhr eine "Brutal Beauty" vor.

Wie viele Fans sie haben wird, bleibt abzuwarten. Die bisher auf dem Markt gebrachten Triumph im US-Style - die America und die Speedmaster - sind nicht gerade Verkaufsschlager gewesen.

 

Harley stellt die Produktion ihrer Softail ein, die eine ähnliche versteckte Federung hat und eine Starrrahmen-Opitik herstellen soll. Dafür versuchen sie sich mit der Roadster in der Liga der Cafe Racer. Verdrehte Welt?

Ich freue mich jedenfalls schon auf die erste Testfahrt. Schließlich habe ich mein eigenes kleines Triumph-Universum auf einem Chopper begonnen.

Die Variante mit dem hohen Lenker sieht schon ziemlich spannend aus und mit dem neuen Motor flüssiggekühlten Motor dürfte man was zum Festhalten brauchen...

Auf einmal sind sie da. "Die neuen Frauen auf dem Motorrad".

 

 

 

Ich meine nicht die Damen, die im Partner-Look hinter einem Herrn auf dem Sozius sitzen. Ich meine auch nicht die, die in Touren-Klamotten auf eine Touren-GS steigen. Und ich meine auch nicht die Ladys, die versuchen, ihre Kerle nach zu machen. All dies mag seine Berechtigung haben, fühlt sich aber für mich nicht besonders leidenschaftlich an.

 

 

 

Ich meine die Coolen, die mit dem was sie gerade am Leib tragen, auf irgendein Bike steigen, was gerade zu haben war. Mädels, die sich nicht davor scheuen, einen Schrauberkurs zu machen, damit sie sich selbst helfen können.

 

Es geht nämlich um etwas anderes: Es geht um das Gefühl, das nur Motorrad fahren Dir geben kann. Was genau das ist, das ist sehr individuell. Die viel zitierte Freiheit? Das Gefühl, alles zu können, wenn Du auf Deinem Bike sitzt?

 

Vielleicht holen sich die Mädels einfach nur, was sie wollen. So, wie sie auch essen und trinken was sie wollen, ohne auf so etwas wie Kalorien oder Cholesterin zu achten.

 

Diese Gedanken sind Gegenstand meines neuen Buchprojekts und ich freue mich über Eure Ideen dazu.

 

 

Harley goes Cafe Racer?

Man kennt sie als Chopper, Cruiser, Tourer, Bagger.  Den einen oder anderen Cafe Racer Umbau hat man auch schon gesehen.

 

2016 hat Harley sein Portfolio um eine Roadster erweitert, die entsprechende Fans einfangen soll. Cafe Racer und Scrambler sind modern - die einen haben Stil und die anderen verkörpern Easy-Living.

Harley hat nur eines vergessen: Der Cafe Racer beschreibt nicht - oder nicht nur - eine Motorrad-Bauart. Cafe Racer beschreibt eine Lebensphilosophie, die sich aus einer Subkultur entwickelt hat und zwar in den 50er/60er Jahren in England, wo die Arbeit dreckig und schlecht bezahlt war. Dieses Image kann Harley nicht erreichen, diese Verrenkungen kriegt auch das perfekteste Marketing nicht hin.

 

In den späten Siebzigern hatte Harley mit der XLCR (oder auch Excelsior) bereits einen Versuch gemacht, in diesem Segment Fuß zu fassen, Willi G. schien mit dem Design seiner Zeit jedoch weit voraus und vor allem auf dem falschen Kontinent.

 

Also: Harley goes Cafe Racer stimmt nicht so ganz. Die Roadster scheint aber eine gute Basis für dieses Style zu sein. Wir werden uns einen Dauertester holen und dem Dingen auf den Zahn fühlen.

alle (zwei) Jahre wieder: Intermot in Köln

Ich war ja doch ziemlich gespannt, wie die gute alte IFMA, die sich seit einigen Jahren Intermot nennt, das Thema 'Customizing' umsetzen will. Insgesamt fand ich es tatsächlich gut gelungen. Die gesamte Halle 10 hat gezeigt, was die neue-alte-Umbau-Welt her gibt. Und außerdem war da noch das 'Essenza' und die 'Sultans of Sprint' zwei 1/8 Meilen Rennen. Hier ging optisch und technich getuntes Zeugs an den Start, was Mutter's Jüngste sich auch für den eigenen Hintern vorstellen könnte. Ziemlich blöd war natürlich, dass die Fahrer gegen die Stoppuhr antreten mussten. 'Mann-gegen-Mann' hat eine ganz andere Dynamik. Und so hatten die beiden Rennen etwas von Schaulaufen und wegen der Absperrungen leider auch etwas von sich-selbst-feiern. Sehr bedauerlich für das Publikum!

Die Bikeshow anlässlich des AMD World Championship war prall gefüllt mit einigen schon bekannten und vielen gut gemachten neuen Schöpfungen auf zwei Rädern. Vor allem bei den Freestylern gab es was sehr Geniales zu gucken, aber leider nicht zu hören - wo ich doch so auf Ohrensex stehe. Schade!

Am Ende gewannen die Underdogs aus Japan, die die Regularien zur Anmeldung nicht verstanden hatten und bis zur letzten Minute unter der Rolltreppe an ihrem Rumbler gebaut haben, um ihn fahrtüchtg zu machen und letztendlich den Weltmeisterpokal einzusacken. Chapeau!

Bei den großen Platzhirschen gab es was zum Probesitzen, was ich mal bei einer Triumph Storm (ziemlich albern) und bei einer Indian Scout (ziemlich interessant) ausgenutzt habe. Viel mehr hat mir aber die neue Kreidler 125 Dice gefallen. Ich könnte mir vorstellen, dass wir bald mal eine paar Stunden in freier Wildbahn miteinander verbringen.

Der Rest war business as usual: Helme, Klamotten, Reifen. Und jede Menge Volk. Mit 220.000 Besuchern ein neuer Rekord. Zeigt diese Zahl auch, dass Motorräder wieder salonfähiger sind? Dass Motorrad fahren als Lifestyle 'in' ist?

Viel wichtiger ist, dass ich ein paar Gesichter gesehen habe, die ich bisher nur aus der virtuellen Welt kannte und die mir ziemlich gut gefallen haben. Und dafür ist so eine Messe ja auch immer wieder gut.

Design- und Sprint Wettbewerb

"The Essence of Motorcycles:
Pure Bikes. No Dragsters. Zwei Räder. Zwei Zylinder. Maximal 1200 ccm."

So lauten die wenigen Vorgaben für den Wettbewerb. Die Bikes gehen in zwei 1/8 Meilen Sprints, bei denen man wie üblich im K.O.- Verfahren sehr schnell rausfliegen kann. Dazu kommen Punkte für das Design, woran sich jeder Hans und Franz beteiligen darf (s.u.).

Der erste Sprint fand am Glemseck101 statt und ja, ich gebe es zu - an meinem Favouriten hat sich seit dem nichts geändert. Klar ist das Dingen von Urban Motors unter Designaspekten ziemlich weit vorne, aber den Auftritt am Glemseck 101 fand ich persönlich eher peinlich. Mein Herz schlägt eher für die Underdogs und die modernen Interpretationen. Aber das ist ja wie immer Geschmackssache. Und deshalb erlaube ich mir eine Empfehlung für die Triumph von RustoM auszusprechen.

Ich hatte die Gelegenheit, die beiden Jungs bei der Moto Expo in Verona kennen zu lernen und mich von ihrem Können zu überzeugen. Sie wissen sehr genau, wo die Schwachstellen bei den neuen triumph- Klassikern stecken, haben die "Forty" von vorne bis hinten durchdacht und alle Modifikationen sehr gut umgesetzt.

 

Wer sich selbst ein Bild machen möchte - bitteschön: Der zweite und letzte Sprint findet anlässlich der Intermot Customized am Samstag, 8.10. um 14 Uhr auf dem Messegelände in Köln statt.

 

Unabhängig davon könnt Ihr am Public Voting teilnehmen - Ihr findet es bei Tante Louise: www.essenza-louis.de

Wieder mal am Glemseck 101

Auch schön: in diesem Jahr hat es zum ersten Mal geklappt, auf den begehrten Platz vor der Startlinie der Sprintrennen zu kommen - mitten rein ins Fahrerlager. Zu der Gelegenheit, die Panik-Schweißperlen der Starter aus nächster Nähe zu fotografieren und sich die Lungen mit Benzin plus wer-weiß-was voll zu pumpen, besteht der größte Vorteil darin, sich nicht mit den Zuschauern am Absperrgitter zu ärgern. So genial die gesamte Location eigentlich ist, diese Menschenmassen an der Sprintstrecke wird man wohl nicht in den Griff bekommen. Es würde mich nicht wundern, wenn man im kommenden Jahr doch über eine Zugangsbeschränkung und eventuell auch Eintrittsgeld nachdenken wird.

Das Event platzt jedenfalls aus allen Nähten. Am Samstag ging's nur noch im Gänsemarsch über die Meile und den Getränke-Nachschub sowie deren Entsorgung musste man gut planen. Die Wettervorhersage für den Sonntag ließ aber wenigstens die Touristen zögern und die Zelter früh heim fahren, so dass mein Glemseck 101 entspannt auslaufen konnte.

Die Musik war für mich persönlich wie immer hier am Glemseck 101 langweilig, aber das Rock'n'Roll-Volk war schweissnass und gut amüsiert - also alles bestens.

So, was war noch? Das Essen im Hotel Glemseck (warmes Buffett mit regionalen Speisen zum Nachfassen für 9 Euro) war eine echte Entdeckung.

Kleiner Wermutstropfen: durch die Erhöhung der Standgebühren (von sonst 900 auf  jetzt 1600 Euro) hatte Rainer auf seinen Stand verzichtet und wir hatten keinen eigenen Treffpunkt. Einige meiner Leute sind stattdessen lieber zum Choppertown nach Kaldenkirchen gefahren und die anderen, die ans Glemseck gekommen sind, waren verstreut und wegen des nicht vorhandenen Handy-Empfangs auch nicht zu koordinieren. Schade.

Rumblers BBQ in Dinslaken...

...nur gut, dass wir selbst mit einem Rudel Leute da waren, sonst hätte ich mich doch etwas gelangweilt. Die Suche nach den Schuldigen ist müßig. Temperaturen Ü30 auf einer nahezu schattenlosen Industriefläche, wahlweise schwarzer Asphalt oder Recycling-Schotter, die Fläche für die paar wenigen Besucher viel zu groß, 3 Tage waren vielleicht doch etwas zuuu ambitioniert,... und sicher fallen uns noch mehr Punkte ein.

 

Ein Versuch an diesem Standort, der ehemaligen Zeche Lohberg am nordwestlichen Rand des Ruhrgebietes, war es aber wert. Selten habe ich eine so lange Trademile mit interessanter Ware und sehr netten Leuten gesehen. Auch die Live-Musik... Hut ab, dass die Junx und Mädelz das durch gezogen haben - vor den wenigen Figuren, die mit dem großen Zeh gewackelt haben. Getränke schön kalt, Essen vielfältig und lecker, Preise ok. Eine Chance sollte man den Rumblers nächstes Mal wieder geben. Immerhin haben wir hier früher schon echt gut abgerockt!

 

Fuel and Freedom - Was ein Spaß!

Besser kann man einen Sommertag nicht verbringen. Ein Rudel Bekloppte auf echten Motorrädern - ohne schi-schi, schicki-micki und anderem unnötigen Zeugs. Du steigst aufs Moped, so wie Du gerade bist, irgendwas am Hintern und irgendwas obenrum - und dann wird nur noch am Kabel gezogen. Fast wie früher.

Naja, nicht so lange wie früher, aber immerhin. 120 wunderbare Kilometer durch's Sauerland, mit rund 50 fremden Leuten und ein paar meiner Triumph-Family-Friends. Anschließend gab es homemade Salads, Fleischberge vom Grill und eiskalte Erfrischungen aus dem Zapfhahn. Preise? Die Bons für 20 Euro zu versaufen war quasi unmöglich.

Selten habe ich mich so wohl gefühlt. Mag es daran liegen, dass ich oftmals nur als Pressefrau wahrgenommen werde, von der man sich einen Bericht erhofft oder dass ich andernorts die Reptilienhirne verunsichere - jedenfalls hatte ich den Eindruck, dass man hier meine Anwesenheit schätzt.

Das hat ein Nachspiel! Versprochen.

 

[Fotos von mir und von Christopher Motor Rausch]

'Altes Eisen' am Kanal in Dortmund

 

Sagen wir mal, es hatte einen gewissen Charme – dieses Event am Stadthafen von Dortmund.

Unter dem Titel „Am Kanale Grande ist die Hölle los“ haben die drei Jungs von 'Altes Eisen' zu ihrem ersten Event eingeladen. Die Location im Kies direkt am Wasser ist ohne Zweifel sehr genial – und hat so manches raus gerissen. Ziemlich genervt waren die Leute von der komplizierten Zugangszeremonie und der ebenso komplizierten Getränkeversorgung, ganz zu schweigen vom warmen Bier und den totgegrillten Würstchen. Wie sich heraus gestellt hat, wurde beides von der Location "Tyde" organisiert. Die Cocktails aus der Bar der Eisenmänner waren kalt und gut schmeckend!

 

Tröstlich war auch die gut aufbereitete Bikeshow und einige sehenswerte Geräte unter den anrollenden Gästen - leider viel Ami-Zeugs und viel zu wenig Engländer und Japaner... daran kann ich mich wohl nie gewöhnen. Immerhin hab' ich liebgewonnene Menschen wieder getroffen und auch die haben zuweilen ihren Ami unterm Hintern.

 

Natürlich bleiben die Möchtegern-Szene-Promis auch hier wieder unter sich und ich bekomme nur deshalb artig die Hand geschüttelt, weil ich in Easyriders-Dienstklamotten unterwegs bin. Über ein "Hi, how are you" in diversen Varianten kommt man nicht hinaus. Und ehrlich gesagt, habe ich keinen Bock mich zu verstellen und mich auf ihr Niveau in die adjektiv- und präpositionsfreie Zone zu begeben.

 

Die Oben-Ohne-Bedienung an der Cocktailbar war mal was anderes und die Live-Mucke ab 22 Uhr schien dem Volk zu gefallen. Ich hab' mich bei fast vollem Mond auf den Heimweg gemacht, acht Stunden auf den Beinen haben gereicht, vor allem, weil die Rippenprellung immer noch Stress macht.

 

Den Jungs von Altes Eisen wünsche ich, dass sie nicht aufgeben und die Mängel in den Griff bekommen. Potential hat das Event - und die Jungs erst recht.

 

Löf aka Love

Same Procedere as every year.

 

Unser kleines regionales Forumstreffen war wie immer more than heartwarming.

Auch wenn ich Löf dies' Jahr mit Rippenprellung und Bänderdehnung verlassen habe, bleibt der Termin fest im Kalender. Ein bisschen Adventure muss ja schließlich sein. Und: Löf seperate the men from the boys. Kein Komfort, kein Chichi. Nur Bier, Feuer, Fleisch.

Lady's Love Ride

 

Mal wieder unterwegs gewesen... mein erster Ladys Ride seit 25 Jahren, genau genommen mit einer einzelnen Lady, nämlich der Ayla. Als Teenie hatte ich zwei Freundinnen, mit denen ich immer unterwegs war. Jedes Wochenende Schlafsack hinten drauf und dann ging es quer durch die Republik auf Mopedtreffen. Die eine hat irgendwann die Nummer mit Mann, Kind und Haus durchgezogen und die andere hat sich leider Null weiter entwickelt.

 However. Jedenfalls bin ich mit der Ayla und meinem Schlafsack nach Löf gefahren - Insidern auch bekannt als „Love“, weshalb ich gerne vom Love-Ride spreche. Da keine von uns beiden unter seniler Bettflucht leidet, haben wir uns ganz entspannt mittags getroffen. Ist doch auch egal, wann man ankommt.

Ich hatte fast vergessen, wie entspannt es sein kann, wenn Frauen alleine unterwegs sind. Ohne Hektik beim Fahren und ohne Panik, wenn man sich mal verfranzt hat. Selbst als Ayla beim Anfahren nach dem Stoppschild geschnitten wurde und kurz auf der Seite lag – Moped abgestellt, Ayla hoch geholfen, Moped zur Seite geschoben, eine geraucht und weiter geht’s. Die Jungs wären wahrscheinlich wieder hektisch rumgesprungen und hätten 'nen Riesenaufriss um den Kratzer am Motordeckel gemacht.

 

Fazit: wird wieder so gemacht.

 

Erkenntnis des Tages

Man kann einen sehr geilen Job haben - und ohne Zweifel gehört mein Job zu den genialsten der Welt - und trotzdem muss er gemacht werden. Und manchmal auch zu Zeitpunkten, an denen man lieber mit den Kumpels on the Road gewesen wäre.

Und weil mein Herz so groß ist, wünsche ich allen bei Wheels&Wings nähe Hamburg, bei den Curves nähe Berlin und natürlich auch meiner Triumph Family, die eine Tour durchs Sauerland machen den größten Spaß, den man haben kann!!!  Have fun and take care!

 

Tridays 2016: moved my heart and my soul

Same procedere as every year? Nicht ganz. Zwei Menschen haben mich bewegt und ich habe eine Musik-Entdeckung gemacht. Fangen wir mit den profanen Dingen an: Hotel in Uptown statt Ferienwohnung in Downtown: gaaanz blöde Idee! Nach dem stundenlangen Tanzen vor der Bühne auch noch den Berg hoch krabbeln: einmal und nie wieder. Außerdem sitze ich ja gerne mit dem ersten Käffchen im Bett statt zwischen fremden Quasselköppen.

Bis auf wenige Ausnahmen war meine Triumph-Family anwesend and moved my heart! Kann's mir nicht erklären, irgendwie sind's doch besondere Menschen, deren Herz für das englische Eisen schlägt.

Bewegt hat mich ein Kerl mit 'Holzbein'. Sollte ich jemals einen Mähdrescher treffen, wünsche ich mir genau diese Kraft, wieder auf die Karre zu steigen und der Hölle das gleiche FUCKYOU entgegen zu schreien. Über den anderen Menschen schreib' ich demnächst mal was eigenes hier.

Und die Mucke? Jimmy Cornett. Ja, jetzt erst entdeckt. Läuft gerade beim Schreiben im Hintergrund. Ganz einfache Musik ohne Schnick-schnack. Texte, bei denen Du denkst: Ja, genau, so isses. Mehr brauchts nicht.

 

BRAAAAP!!! beim Hells Race in Hetzold

 

So viel Staub und Dreck habe ich lange nicht geschluckt. Dabei hatte es am Tag zuvor geschüttet wie aus Eimern, so dass keine Trainingsläufe statt finden konnten. Bekloppt wie wir sind, haben wir auf das Programm vertraut und sind mitten in der Nacht los gefahren, um pünktlich am Sonntag Morgen um 10 Uhr da zu sein. Die Veranstalter haben dann noch bis 12 die Piste präpariert und eine halbe Stunde später habe ich erst das lang ersehnte Braaap!!! gehört.

Bis zum Schluss habe ich das Reglement nicht verstanden – alle vorher angekündigten Klassen schienen durcheinander und gegeneinander zu fahren. Egal, hauptsache, alle hatten ihren Spaß. Und das kann wohl keiner leugnen. Wäre ja schön, wenn es mehr solche Events gäbe.

Sie gehören zu den Anfängen unserer Szene und dementsprechend gepflegt!

'Kustom Kulture Forever' by day

Ziemlich schön war's da bei den Chopper- und Hotrod-Leuten auf dem ehemaligen Zechengelände in Herten. Hab' einiges an schönen englischen Eisen gesehen und mir haben sogar ein paar der Ami-Kisten gefallen. Jedenfalls muss man die Arbeit anerkennen, die drin steckt. Auch wenn man überlegt, wo die Leute herkommen - und ich habe rings ums Gelände nur sehr wenige Trailer gesehen. Das wäre hier wohl auch zu peinlich...

Die Mucke war übrigens so lala. Beim Headliner wurde ordentlich Pogo "getanzt", naja wohl eher geboxt. Und das Rumgehüppe beim Rock'n'Roll ist ja auch nicht so mein Ding. Aber das Volk war happy und das ist doch die Hauptsache.

Richtig genial fand ich dagegen die Halfpipe, wo die jungen Leute Schlange standen, um mit dem Brett drauf zu dürfen. Auch interessant: das Künstlerdorf war nach Ländern sortiert. Nicht, dass ich davon Ahnung hätte, aber irgendwie fand ich den Vergleich spannend. Meditatives Malen bei den Japanern vs. Party bei den Skandinaviern.

Und die Tattoo-Show: Super-Künstler, aber nix für mich in dem ollen Stinke-Bunker! Die ehemalige Kaue sieht zwar gut aus, heizt sich aber eklig auf und hat keine Fenster...

Und noch ein Wort zu den Preisen:

Ein Chip = 4 Euronen = 0,4 Liter Bier = ok

Ein Chip = 4 Euronen = 0,4 Liter Wasser = ist aber sowas von gar nicht ok! Schämt Euch, Leute!

Jetzt muss man bei den Preisen aber auch ehrlich zugeben, dass es keine Taschenkontrollen gab und man sich z.B. auf dem Campingplatz komplett selbst versorgen konnte. Überall standen Grills herum und fanden eigene kleine Partys statt. Wie schon gesagt: schöne Stimmung da, bei den Chopper- und Hotrod-Leuten.

'Kustom Kulture Forever' by night

Beim Aufräumen gefunden

 

Wer hat's erkannt?

Eine Kulissen-Scheibe, aus Edelstahl... Hat einer der Vorbesitzer für meine olle Trümmer gebaut. Einzelanfertigung. Sehr chic, sieht aber keiner, gehört ja mehr so zu den inneren Werten.

 

Dumm nur, dass die Schaltklauen keinen richtigen Halt gefunden haben und ständig gerutscht sind. Also raus mit dem Schwergewicht und hinein mit dem Ersatz aus dem guten alten Eisen. Ist ja schließlich auch ein Eisenhaufen. Aber die Scheibe heb' ich auf, notfalls kann ich einen Einbrecher damit bewerfen.

 

Fly Low-Round 3: doppelte Besucherzahl, halbierte Temperaturen

 

Kaum zu übersehen: bei der dritten Runde haben sich die Besucherzahlen verdoppelt. Auch wenn viele Leute wegen der halbierten Temperaturen mit dem Auto nach Brügge angereist sind, war der Platz proppevoll und die Hallen mit den ausgestellten Bikes sowieso. Im letzten Jahr konnte nur das Außengelände des Jugendheims genutzt werden, was bekanntlich gewisse Anforderungen an die Wettertechnik stellt. In diesem Jahr jedoch tanzten die Schönen und Häßlichen auf ihren Paletten in der Disco. Nice Location!

 

Ich persönlich hätte mir ein paar mehr schöne umgebaute Triumphe gewünscht. Vielleicht hätte ich einfach selber etwas vorschlagen oder gleich mitbringen sollen. Trotzdem lohnt sich der Blick. Hier gibt es keinen Standesdünkel oder Markenfetisch. Suzuki neben Harley und MZ, dazwischen eine Vespa und ein Renngespann, ein so genannter „Kneeler“. Das die ganze Sause von einer Bande verrückter Café Racer unter der Regie von Andy Geeroms auf die Beine gestellt wird, ist kaum zu glauben, aber wahr. Good Job, Andy&Evy and the great Fly Low-Family!

 

Chopperbash - 25 years backwards

Tjaaaa, das hätte ich auch nicht gedacht, dass ich noch mal auf so 'nem Choppertreffen lande. Immer noch die selben Typen, die selbe Musik, die selben coolen Sonnenbrillen... wie zu meiner Teenie-Zeit. Nur ein richtiges Feuer hat gefehlt. Und zwar im warsten Sinne: einfach nur saukalt und weder Kaffee noch Glühwein am Start. Kacke. Ich könnt' mir aber vorstellen, dass man hier seinen Spaß haben kann, wenn man noch oldfashioned tickt. 

Naja, jedenfalls ziehe ich meinen Hut vor allen Verrückten, die sich trotz der einstelligen Temperaturen auf ihren Starrrahmen gesetzt haben und hier her geschraddelt sind. Zumal die Hauptrichtung "geradeaus" heißt und die Anreise weder einen Orientierungssinn noch einen Hüftschwung erfordert. Trotzdem ein nice Event, ohne Bespaßung und Kirmes - so wie "damals" eben. Das kann man jetzt gut finden oder nicht, es ist der Spirit vom Chopperbash.

 

100 Triumph-Verrückte, 25 Grad, unzählige Sonnenstunden

Im ehemaligen deutsch-deutschen Grenzland hat sich auch 27 Jahre nach der so genannten Wiedervereinigung nicht viel getan. Bei den vielen verfallenen Häusern und "zu verkaufen" Schildern kann man gleich mit depressiv werden. Unsere Mopeten freuen sich alledings darüber, dass unser Soli-Beitrag jahrelang in den Ausbau der Straßen geflossen ist. Und unsere Geldbörse freut sich über Preise von 30€ für die Halbpension und 2,60 für einen halben Liter Bier. Irgendwie scheinen die Probleme hausgemacht: würde der Wirt 40 € nehmen - uns täte es nicht weh und dem Heri ginge es etwas besser...

 

Da wir aber diese Bande verrückter Leute sind, die sich alle 2 Jahre am Bayerntrum treffen, haben wir besseres zu tun als zu moralisieren. Von HH bis CH satteln alle ihre englischen Hühner, um ein paar Runden über den wunderbaren Asphalt und die herrlich geschwungenen Kurven des Thüringer Waldes zu drehen. Ach ja - und um ein paar Halbe miteinander zu trinken! Und da ich ja weiß, dass einige von Euch hier mit lesen:  Ich hab' mir den Arsch angefreut, Euch wieder zu sehen!

only two weeks to go: Fly Low in Brügge

Letztes Jahr entdeckt und jetzt fester Bestandteil meiner Jahresplanung: das Fly Low in Brügge, organisiert von einem Mann Andy "Hermanus" und viel Unterstützung der bezaubernden Evy und seiner resoluten Mutter.

 

Beide Daumen hoch für diese geniale Party bei den bekloppten Belgiern! Herrlich entspannt, herrlich kaltes Bier und herrliche Lage im "Hafengebiet" von Brügge, wo sich keine Sau für den Alarm aus den Boxen und den Endrohren interessiert.

 

Am 15.Mai isses wieder soweit. Bude gebucht, here we go:  Brügge im Het Entreport (Jugendzentrum)

 

P.S.    ein bisschen runterscrollen und Ihr findet meinen Bericht vom letzten Jahr

 

Und Du so heute?

... fragt die Scrambler abends die Thruxton.

"Ich war mit den Mädels im Neandertal." antwortet die Thruxton aufgeregt. "Das war sooo geil... die Thrux von Klaus war mit und die vom Burkhard. Und die Bonnies von Markus und Klaus aus Köln. Und dann haben wir noch die Guzzi von Andreas getroffen und wollten noch zum Meet-Ride-Eat-Repeat bei Klassik Kustoms in Hagen, wo die Thrux vom Henne mit der Guzzi vom Manuel morgens hin ist. Es gab Burger für die Junx und dann wurde es doch zu spät und die Jungs wollten  nicht mehr warten und dann sind wir wieder heim. Immer Richtung Westen, schön in die Abendsonne. Und Du so?"

"Och," sagt die Scrambler, "ich war bei der Eröffnung eines Harley-Dealers."

"Hmm" sagt die Thruxton. "Hmm" sagt die Scrambler.

Ist hier etwa Weibsvolk anwesend?

Ja aber hallo!!!

Und zwar jede Menge und ausschließlich. Das kann man gut finden oder nicht - ich find die Idee spannend. Wie wird das wohl? Mädels unter sich? Ich bin sicher - wir werden uns GROSSARTIG amüsieren. Geboten wird Live- und DJ-Mucke, Filme, Foto-Ausstellung, Race, Tattoo und natürlich Party all night long. Also nix wie hin. Zu den Berliner Curves:

 

Petrolettes - a women-only, petrol-powered camp-out party weekend

 

Grün für alle!

Endlich mal was richtig sinnvolles aus Jüchen: Polo Motorrad bringt endlich den formschönen und äußerst praktischen Grünschalter auf den Markt. Wie sich Busse und Straßenbahnen schon lange die Ampeln freischalten, ist jetzt endlich auch für mich und Dich und alle möglich. Gleich mal rüber zu Polo gurken, dat Dingen am Straßenrand schnell anfriemeln und ein paar Runden durch Düsseldorf drehen...

Frühjahrsputz

Was alles so auftaucht, wenn man sich mal in die Katakomben der eigenen Bude begibt...

Zum Beispiel dieses "Motorradmagazin für junge Leute" aus dem Jahr 1985. When I was sweet fifteen!

For the new Moped-Rockers

Da sind sie wieder, die Moped-Rocker unserer Jugend. Nur, dass aus dem Schnäuzer ein Bart geworden ist. Ich finde ja beides eklig (die wenigsten Herren pflegen ihren Bart mit gut duftenden Essenzen, aber ich muss da ja nicht so nah ran).

Eigentlich wollte ich jedoch was zur Mopete sagen: Ich find's cool und ich hoffe, dass 'ne Menge Leute sich so ein Dingen kaufen. Ich würde die nämlich gerne mal öfter in freier Wildbahn sehen. Früher ist man damit überall hin gekommen, notfalls bis zum Gardasee oder weiter an die Riviera. 2500 Euronen finde ich einen angemessenen Preis. Mesh und Konsorten spielen in einer ähnlichen Liga, nur bekommt man hier etwas aus deutscher Produktion - früher hieß das jedenfalls was und es sind nicht alle so abgezockt wie VW. Also geht mal beim Kreidler-Händler Eures Vertrauens gucken. Vielleicht findet Ihr Spaß an so einer Gurke für den Ausflug zum See oder für dat Sonntach-Nachmittach-Käffken bei Omma inne Kolonie. Bei der Gelegenheit notiert Euch die Fahrgestellnummer, damit könnt Ihr nämlich in's Rennen um eine dieser Kreidler Dice 125.

 

Auf der Kreidler-Website findet Ihr die Bedingungen für die Teilnahme an einer Verlosung. Drei von den Knatterbüchsen werden und eine Rutsche Vintage-Jacken von Louis werden unter's Volk gebracht. Ich würde ja für so eine Jacke teilnehmen...

Ein neuer Fan

Vor ein paar Tagen hatte ich die Gelegenheit, Marcus Walz zu interviewen, Ja, genau, der Marcus Walz, den man für seine Muscle Bikes und martialischen Shirt-Designs kennt. Das gehört allerdings der Vergangenheit an. Alle eigenen Harleys sind verkauft - und zwar schon laaaange. Walz Hardcore gehört nun jemand anders, dem natürlich viel Erfolg gewünscht wird, aber eigentlich ist Marcus soweit davon entfernt, wie ich vom Harley fahren (also Lichtjahre).

 

Ich erzähle Euch das, weil ich überrascht war. Überrascht, einen reflektierten und emphatischen Marcus kennen gelernt zu haben. Ja, man zahlt ein paar Mark mehr, nur weil Walz auf seinen BIkes steht. Das würde ich auch so machen. Er bewegt sich schließlich in einem Volk, das die Kohle übrig hat. Viel Kohle. Übrig. Und er nutzt seine Bekanntheit dafür, gute Dinge zu tun. Sich bei für den Tierschutz zu engagieren beispielsweise.

 

Das Interview erscheint in der April-Easy. Eins aber will ich vorweg nehmen. Auf meine Frage nach seinem Engagement bei PeTA

"Sich für Tiere einzusetzen, bedarf keiner harten Schale mit weichen Kern. Es bedarf lediglich einer gesunden Portion Menschenverstand und einer normalen angeborenen Empathie."

Mit diesem Interview hast Du mindestens einen neuen Fan gefunden, Marcus. Mich.

 

Und die Schweizer so:

"Wir zeigen Euch mal, wie das geht - mit so einer Motorradmesse ". Und wir so: Da sind wir aber gespannt."  Ich fand's ganz ordentlich bei der Swiss Custom in Zürich: die üblichen Hochglanzpräsentationen für's Volk in der unteren Etage und eine sehenswerte Ansammlung von umgebauten Zeugs auf zwei Rädern, garniert mit allerlei Leder, Textil und Hightech-Stoffen in den beiden Etagen darüber. Feiern können sie übrigens auch. Und wenn man das nötige Kleingeld hat, kann man auch mitfeiern.

 

Wie ich mir vorher schon gedacht habe, konzentrierte sich meine persönliche Freude auf den "Hinterhof", wo alte Engländer, Italiener und so'n Zeugs auf Hebebühnen standen, wo es handgemachte Live Musik gab und das Bier aus Flaschen getrunken wurde. Ein bisschen was gearbeitet haben wir auch und Fotos für die nächsten Ausgaben der Easy gemacht, einige davon im Parkhaus. Da sind wir dann auch gespannt, wie das nachher aussieht. Apropos wie das aussieht - auch die Posterausstellung aus den Siebzigern war ein kleines Highlight für mich.

 

Big fun with small bikes

Mehr als Mofa-Rocker. Einfach mal Spaß haben. Sich selbst nicht so wichtig nehmen. Cool sein ist sowas von Achtziger. Moderne Männer brauchen keine dicken Mopeds. Und so weiter.

Die Mucke von King Mud ist übrigens auch genial. Danke an  Chris Rausch, für's Filmchen!

Knöppe für an' Helm

Ich bin ja sonst nicht so für Lametta, also Ketten, Ringe und so'n Gedöns brauche ich nicht. Der Krempel stört mich bei der Bewältigung meines Alltags und ist sowieso nur Weg - wahlweise auch immer wieder mal weg, verloren, gone and away.

Aber an sowas hier hab ich ja Spaß: mit einem kleinen Handgriff kann man sich die fein gearbeiteten Knöpfe an die Murmel klicken. Voraus gesetzt, man hat das Gegenstück. Also da wo sonst ein Bubble oder ein anderes Visier seinen Platz findet, kann man mit Herzen, Blümchen, usw. seine Vorlieben zeigen. Ich habe mich für Anker, Kolben und Zündkerze entschieden. Mit rund 10 Euro seid Ihr dabei. Ich hab's letztens bei El Solitario mitgenommen, man kann aber auch direkt bei Ell bestellen.

Scout zur Wahl

Wenn schon was aus USA, dann eine Indian. Und wenn eine Indian, dann eine Scout. Soweit bin ich klar mit mir. Der aktuell laufende Custom Scout Contest hat mehrere ziiiiemlich geniale Kisten auf den Plan gerufen.

 

Und ich kann mich nicht entscheiden zwischen der Tomahawk von der V-Twin Garage aus Bordeaux und der Big Foot der Naumänner aus Schermbeck. Die eine habe ich vor ein paar Tagen in Verona anprobiert: sitzt perfekt! Cafè Racer und das gewisse les affaire des französischen Designers (übrigens very smart... seufz). Die andere Scout zeigt allerfeinste handmade Ingeniurskunst made in Germany im Understatement-Look.

 

Seht sie Euch an und entscheidet selbst. Kostet nix, außer ein paar Minuten Zeit. Und da ich von keinem der beiden oder sonst wem Kohle dafür bekomme, erlaube ich mir noch einmal meine Favoriten zu erwähnen. Nur mal so...

 

Tomahawk aus Bordeaux/ Frankreich          Big Foot aus Schermbeck/ Deutschland

 

Maggie on chainwheels

Also das ist so: da gibt es dieses Harley & Snow Ding in Ridnaun, ein Hill-Climb im Schnee. Heißt zwar Harley-Ding, ist aber offen für alle Marken. Ein paar very crazy people fahren - mehr oder weniger erfolgreich, dafür mit umso mehr FUN - einen Schneehang hinauf.  Ich plane seit Ewigkeiten, dort hin zu fahren. Also letztes Jahr schon. Irgendwie hat es nicht gepasst und auch dieses Jahr wollte ich nur zu sehen und für die Easy darüber berichten.

Und dann kam diese Messe in Verona und wir haben auf dem Rückweg in Bozen Halt gemacht und schwupps hatte ich eine Buell mit Schnee-ketten unter dem dicken Popo.

 

Es gibt jetzt also die Possibility, dass ich mit Easy-Branding auf Bike und Backside am Hill-Climb teilnehme.

Passen tut das Ding halbwegs, Bock hätte ich auch, hin soll ich sowieso....  stay tuned!!

Biker-VIPs unter sich

Zu einer Messe gehört bekanntlich eine standesgemäße wir-haun-uns-die-Hucke-voll-weil-kost-ja-nix-Party. Bei der MotoBikeExpo in Verona wurden Aussteller, Pressefuzzis und andere Möchtegern-VIPs in die heiligen Hallen in der Altstadt eingeladen. Etwas irritierend fand ich es schon, mit den beiden Herren an der Sektbar, aber... ich gebe es zu: nächstes Jahr bin ich alleine wegen des Buffets wieder bei der MBE.

Navigation de luxe

Ich gebe zu, dass mich dieses Navi sofort begeistert hat. Kein wackeliger Plastikhalter am Lenker, kein Schwitzen in der wasserdichten Box. Ein Nachteil ist allerdings die Position. Für ein paar Sekunden verliert man den Blick für die Straße. Und wir wissen ja, wie lebenswichtig es für uns sein kann, die kreuzende Katze noch im Augenwinkel mit zu bekommen. Ich persönlich habe ja auch gerne mal meinen dezenten Tankrucksack an Bord (ihr wißt ja, den mit den Keksen und dem Dosenbier).

Aber ich ziehe den Hut vor der mechanischen und technischen Umsetzung.  Am meisten Spaß habe ich an der Idee an sich. Ganz oben befindet sich das Display, das alles anzeigt, was man während der Fahrt wissen möchte. Das kleine Feld darunter erkennt Dich am Fingerprint. Wenn sie Dir in einer sizilianischen Bar den Finger abhacken, hast Du natürlich Pech. Hab' aber gehört, dass das nicht mehr so häufig vorkommt. Das Display mit dem Navi ist gut zu erkennen, die beiden Knöppe darunter sind für die Bedienung des Menüs zuständig. Mir gefällt übrigens auch der Rest des Bikes. Zentralfederbein, Beltdrive, Olivia-Lenker, very short exhaust....  Not my every Dayrider, but I like it!

Gesehen heute auf der MBE in Verona, aus den fähigen Händen und verwirrten Köpfen von RustoM aus Lodi in der Lombardei.

Hermanus Motorcycle-Café

Ab sofort im Herzen von Brügge:  Ein Klamotten und Kaffee- Laden für Motorcycle-Verrückte. Don't miss it!

Andy and Evy are so lovely people and make the best coffee in town! Und das will was heißen in Brügge!

Falls Euch die beiden bekannt vorkommen: sie organisieren auch das Fly Low-Festival im Mai.

Displayhelm! Wie konnte ich nur so lange ohne leben...

Als Sci-Fi-Fan bin ich bei sowas eigentlich sofort dabei. Aber nur, wenn ich nicht muss und nur, wenn es die Funktionen für meine Brille gäbe. Ach ja: und sicher vor Hackern sollte es auch sein.  Immerhin wird über Blutooth kommuniziert und wer weiß, wer da mal neben mir an der Ampel steht.

 

Am spannendsten finde ich die während der Fahrt zuschaltbare "Action-Kamera". Wem jemals so eine GS mit Tele-Tubbi entgegen kam, weiß, warum.

Außerdem kann das Kamera-an-Kamera-aus während der Fahrt zu einer kleine Herausforderung werden.

 

Hier ist die Pressemeldung von BMW dazu.

 

 

First ride for my new goggles

Die neue Brille hat ja nun schon ein paar Tage in ihrer Schachtel mit den Hufen gescharrt, aber ich hatte einfach zuviel zu tun, ... ihr wisst ja, wie das ist, kurz vor dem Jahreswechsel.

 

Meine neue Errungenschaft ist eine sehr sehr chice Biltwill Overland, in meinem heißgeliebten Blau. Biltwell ist ja nicht unbedingt für Qualitätsmaterial bekannt. Ich weiß auch nicht, wie man auf die Idee kommt, einen Helm in Einheitsgröße herzustellen - geschweige denn, ihn zu kaufen und damit rum zu gurken. Besitzer dieses Helm berichten wahlweise von Kopfschmerzen, weil das Ding an der Stirn drückt oder von Flattern ab 80 Stukkis. Dafür erfreuen sie sich an den Blicken, die ihr Glitzi-Mitzi-Dingen auf sich zieht.

 

Meine erste Begegnung mit der Overland fand in Zusammenhang mit der Anprobe des neuen DMD-Helms in Retro-Cross-Stil statt. Den Helm kann ich mir leider nicht leisten und ich halte gaaar nix davon, nach Presse-Rabatten zu fragen. Ich schreibe ja schließlich auch nicht für den halben Preis. Aber die Brille gab es tatsächlich als Weihnachtsgeschenk! Mein Liebster weiß halt, was mich glücklich macht.

 

Ich also am letzten Tag des Jahres 2015 rauf auf die olle Knatterbüchse und ab Richtung Hambacher Forst. Das große Stück Möbel mitten im Gesicht ist schon eine Herausforderung für mich, die ich seit Jahrzehnten kleine Brillen gewöhnt bin. Der erste Stopp an der Tankstelle war dann aber doch eine kleine Erleuchtung. Man kann die Brille einfach hochschieben und die Zahlen auf dem Kreditkartendingen erkennen. Ok. Gleiches gilt für durchs-Dorf-rollen. Brille hoch, Leute anlächeln, die lächeln sogar zurück. Hmmmm. Jetzt mal ein paar Meter etwas schneller. Motor und Reifen sind mittlerweile warm, was bei etwas unter 10°C nun mal etwas länger dauert. Auf der Landstraße halte ich rund 120 Stukkis bei wechselnd trocken-nassen Untergrund für ausreichend. Meine neue Brille macht sich durch nix bemerkbar. Genau so soll es sein. Nix flattert, rutscht, pfeift. Also: Empfehlung!

 

P.S. Brille und Helm passen noch nicht so perfekt zusammen, dafür geht der Helm vorne zu weit runter auf die Stirn. Vielleicht spare ich dann doch mal für einen DMD...

 

Da ist sie - die kleine Street Twin

Ja was isses denn nun, die kleine Schwester des Erfolgsmodells Street Triple? Kaum ein anderes Modell ist so gut angekommen wie die preiswerte Version der Speed Triple. Insofern ist der Name schon mal schlau gewählt. Aber was steckt drin? Ist die Street Twin die Knetfigur, aus der man alles machen kann - wie es uns das Triumph-Marketing verspricht? 

Bekanntlich kannst Du Dir aus hunderten Aftersale-Teilchen oder gleich mit einem der "Inspiration-Kits" fast alles bauen, was Du willst. Dann musst Du allerdings mit rund 12.000 Euronen an den Start und Dich auf eine Mopete mit 55 PS einlassen. 55 PS? Das Vorgängermodell hatte doch 67 PS ab Werk... Genau. Seit ein paar Tagen sind die Daten zur Leistung, Gewicht, Preis endlich raus.


Als Redakteurin des Szene-Schmuddelblatts wurde ich natürlich nicht zum Ride eingeladen. Die Kollegen der Mainstreamblätter durften die Street Twin im schön-sonnigen Valencia fahren und raten, wie viel Leistung sie wohl habe. Und tatsächlich hat nur ein Popometer erkannt, dass da was zu fehlen scheint. Nun kann man ja darüber spekulieren, was ein Popometer merkt, wenn er auf einer GS geeicht wurde. Aber man kann auch 1 und 1 zusammen zählen und davon ausgehen, dass die Kollegen einfach vom Drehmoment begeistert waren. Denn da hat die Bonneville einen ordentlichen Sprung hingelegt: 80 Newtonmeter bei 3200 Umdrehungen. Im angeblich meistgefahrenen Bereich von 5700 Umdrehungen soll sie damit über 20% mehr Leistung als ihre Vorgängerin haben. 


Außerdem wiegt sie mit 217 Kilo sogar etwas weniger. Soweit der Abgleich Popometer mit Laborwerten. Das der Straßentest anders ausfallen kann, wissen wir nicht erst seit VW-Gate. Aber warten wir mal ab. Ab Januar soll man Probefahren und kaufen dürfen. Bis dahin könnt Ihr ja schon mal einen Blick in das offizielle Video werfen und überlegen, ob Ihr da mitspielen dürft...

[Foto aus dem Triumph-Media-Kit]

First time at Custombike Show in Bad Salzuflen

Eine Empfehlung für Euch - ja oder nein? Messen sind ja immer so eine Sache. Man zieht am besten die Wanderschuhe an, setzt eine dunkle Sonnenbrille auf und nimmt ein paar Tranquilizer, um den normalen Wahnsinn in solchen Hallen zu ertragen. Auch hier gibt es jede Menge Bling-Bling, aber auch viel Schwarz. Die üblichen Halbnackerten fehlen ebenso wenig wie die Ewiggestrigen mit ihren bunten Kutten. Meine Rezeptoren können das aber filtern und ich sehe nur noch einen Haufen sehr, sehr geiler Mopeds, trink mein Bierchen, nehm mein' Süßen in den Arm und freue mich einfach über die Ideen und die Handwerkskunst. Jeder zieht etwas anderes aus so einer Messe - es ist immer genau das, was Du daraus machst.

 

Also: Empfehlung! Ich habe einige sehr geile Schraddelkisten gesehen und mit ausgesprochen fitten Leuten, z.B. bei Hanse Qustom, 24Helmets und Flagstaff gesprochen.

 

P.S. die Custombike Show in BSU wird ja von den Kollegen des gleichnamigen Magazins vom Huber Verlag organisiert. Chapeau! Alles richtig gemacht - bis auf die Schülerband am Samstag im Kurhaus und das noch miesere und schlecht gezapfte Bier. Warsteiner ist ja Auszugsbier, kein echtes. Aber das ist eine andere Geschichte.

Small is beautiful..

Ich will Euch ja nicht mit meinen Artikeln in der Easy langweilen, aber wenn sich jemand sooo wie dieser Schrauberkollege hier freut, dann ist das auch noch mal einen Hinweis in diesem Blog wert.

 

Es geht um die kleine Yamaha XS 400 von Rock'nRoll Cycles aus einem mir nicht ganz unbekannten Örtchen namens Erkelenz. Stefan ist stolz wie Oskar. Seine Mutter übrigens auch. Einen Kommentar gab's aber doch von ihr: "Musst Du denn Deine Tätowierungen so öffentlich zeigen?". Da hat sie ja auch recht. Was sollen denn die Nachbarn denken? Scheinbar hatte sie den Rest des Heftes mit den halbnackerten Mädels und den tätowierten Mackern komplett ignoriert...

Knast und Enteignung für flottes Fahren

Da ist mir aber doch etwas schlecht geworden, als ich heute bei meiner Recherche zu einem Custombike aus der Schweiz auf diese Gesetze gestoßen bin. Seit Januar 2013 gibt es bei den Eidgenossen die Möglichkeit, das Moped direkt vor Ort zu konfiszieren und den Fahrer sogar hinter Gitter zu stecken, wenn er der "Raserei" überführt wurde. 


Das Maßnahmenpaket "Via Sicura" legt die Strafen fest: Zugegeben, man muss schon ziiiiemlich flott unterwegs sein, um in diesen zweifelhaften Genuss zu kommen. Ich finde es auch übertrieben, mit 100 Stukkis durch die Ortschaften zu heizen und ziehe sogar oft die Kupplung und lass' rollen, um keinen unnötigen Krach zu machen. Nach dem Ortsausgangsschild macht das Angasen dann umso mehr Spaß!!! 

Aber mal im Ernst, muss man so starke Geschütze auffahren? Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass gerade die Schweizer durch besondere Raserei auffallen (die beiden Junx, die ich durch gegenteiliges Verhalten kenne, bestätigen die Regel).

Ok, manche Länder haben strenge Regeln und hohe Strafen, setzen diese aber selten um. In Italien beispielsweise muss man dem Unifomierten schon eindeutige Handzeichen geben, was man von seiner Manneskraft hält, um überhaupt angehalten zu werden und es gibt sogar regelmäßige Amnestien. 

In der Schweiz allerdings sind einige Fälle bekannt, in denen das Moped eingezogen wurde und weitere Fälle, in denen es zur Haftstrafe kam. Also schraddeln wir mal schön Piano nächstes Jahr zu Art&Wheels nach Basel und zum Ace Café Luzern...

Aller à Paris? Naturellement!

Am vergangenen Wochenende haben wir um den großen Kalender herum gehockt und unsere Planung für 2016 besprochen. Wo fahren wir hin? Was wollen wir nicht verpassen? Was geht vielleicht nicht, weil an einem Wochenende gleich 3-4 Events angekündigt wurden... und so weiter.

Am Montag Nachmittag saß ich dann in der Redaktion und wir haben den Punkt "Events 2016 - wer fährt wohin" relativ schnell geklärt. Montag Abend lese ich in einer meiner so genannten geheimen Facebook-Gruppen, die Frage, wer dies' Jahr mit zum Café Racer Festival nach Paris kommt. Ja klar, will ich dahin, eben Mutter anrufen, "Nimmst Du den Hund, ich will nach Paris" - alles kein Problem. 

 

Warum ich das erzähle?

 

Weil nicht einer gesagt hat "Nach Paris fahr' ich nicht mit, das ist mir zu gefährlich." Nicht einer meiner Freunde, nicht einer meiner Arbeitskollegen und schon gar nicht meine Mutter hat die Themen "Angst" oder "Sicherheit" überhaupt ins Spiel gebracht. Danke!

Es geht nicht darum, so zu tun, als wäre nix gewesen.

 

Es geht darum, dass wir uns unsere Freiheit, unsere Art zu leben, unsere Art zu arbeiten, nicht von einer handvoll kranken Fanatikern einschränken lassen. Denn dann hätten sie eines ihrer Ziele erreicht. 

 

Falling in Love

Heute nur ein kleiner Hinweis auf einen meiner Lieblingsartikel, den ich für die Easy geschrieben habe. Warum ich den Artikel so mag, werdet Ihr beim Lesen schnell merken...


"Falling in Love with an old girl" ist die kurze Geschichte einer langen Liebe zwischen einem jungen, stillen und sehr zurück haltenden Nordmann und einer äußerst lebendigen Krawallschachtel.


Wer jetzt sofort an "Harold&Maude" denkt, hat genau die richtigen Bilder im Kopf.



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Borschemich, Platz vor der Kirche.
Borschemich, Platz vor der Kirche.
Hier stand die Magnolie, mein personliches Sinnbild für das, was der Braunkohletagebau aus dem Leben macht.